...oder: mein Wochenende in Brüssel
Da bin ich also wieder, gerade frisch aus Brüssel gekommen und in 2 Stunden muss ich noch in die Vorlesung, aber jetzt werde ich euch erstmal Bericht erstatten. Sind dann Samstag also losgefahren, mit dem Auto ist man wirklich in knapp 1,5 Stunden in Brüssel, sehr praktisch. Natalie hat mich am Gare Centrale rausgelassen und ich bin dann mit der Metro raus zu meiner Hostfamily. Ich liebe die Brüsseler Metro (wie eigentlich fast jede Metro in jeder Stadt), ich weiß auch nicht warum. Jedenfalls wurde ich von einer leicht aufgelösten Mireille empfangen, die meinte, dass sie leider "noch nicht ganz soweit mit dem Umzug gekommen seien, wie sie es vorhatten".
Hintergrund: meine Hostfamily lebt in einem alten, 4-stöckigen Haus, das sie seit Jahren komplett renovieren lassen wollen, inklusive Wände rausschlagen und allem drum und dran. Damit sie aber in der Zeit irgendwo wohnen können, haben sie schon seit 2 Jahren im obersten Stock ein Appartment fertig renoviert, da habe ich immer gewohnt, wenn ich in Brüssel war, sehr praktisch, und jetzt wird eben für die nächsten 6 Monate die ganze Familie da wohnen. Die Bauarbeiten sollten am Montag beginnen, was bedeutete, dass alles Zeug, was auf den unteren 3 Stockwerken war, nach oben ins Appartment musste - und das an einem Wochenende. Abgesehen vom Zeitaufwand ging das schonmal rein logistisch nicht, das Appartment hat ca. 60-70 qm, die drei anderen Stockwerke zusammen 180. Aber wer jetzt glaubt, dass meine Family vielleicht mal auf den Gedanken gekommen ist, vorher auszumisten - oder auch nur, sich Gedanken darüber zu machen, welche Möbel mit ins Appartment sollen und welche nicht, der irrt. Meine Gasteltern sind in der vollen Überzeugung, dass das locker in 2 Tagen zu schaffen wäre, an die Sache ran gegangen. Und man bedenke, dass in dem Chaos außerdem noch 2 kleine Kinder herumlaufen, was die Sache aucch nicht gerade vereinfacht.
Also habe ich mein Wochenende damit verbracht, Kisten mit Kram in den 4. Stock zu schleppen, allein die Schränke auszuräumen, hat Mireille und mich den 1. Tag gekostet, während Jean Pierre hauptsächlich damit beschäftigt war, Möbel auseinander zu schrauben, weil man durch die engen belgischen Treppenhäuser echt nichts durchbekommt, was nicht vollkommen zerlegt ist. Allein was diese Familie an Lebensmittelvorräten hat, ist unglaublich. Gerüstet für das nächste Armageddon. Aber Mireille hat dann doch eingesehen, dass sie in Zukunft vielleicht nicht mehr so viel auf Vorrat kaufen kann. Und sie haben auch eingesehen, dass das wohl bis Montag nichts wird mit dem Haus leer und haben das Ganze um ne Woche nach hinten verschoben. Ich will ja nicht wissen, was der Spaß wieder kostet, aber nun gut, ist ja nicht mein Geld.
Trotzdem hatte ich, obwohl ich einen höllischen Muskelkater vom ganzen Treppensteigen habe, ein super lustiges Wochenende, ich bin einfach so gerne in Brüssel bei meiner "zweiten Familie". Und so habe ich diesmal wenigstens kein schlechtes Gewissen gehabt, das ganze gute Essen, was Mireille dann natürlich trotzdem noch gekocht hat, in mich reinzuschaufeln (die Schokolade natürlich nicht zu vergessen).
Jetzt werde ich noch ein bisschen was für die Uni tun und hoffen, dass es in der Zwischenzeit aufhört zu regnen, so dass ich einigermaßen trocken zur Uni komme.
Subscribe to:
Post Comments (Atom)


No comments:
Post a Comment