Saturday, September 30, 2006

Samstag in Maastricht

Heute habe ich mich mit Daniela getroffen, ein anderes AuPair, die ich über "meine" AuPair Seite kennen gelernt habe und ich muss sagen, es war sehr lustig. Wir waren in Maastricht shoppen und es war natürlich brechend voll (ich weiß nicht, wo alle diese Leute am Wochenende her kommen), aber Spaß gemacht hat es trotzdem. Das Wetter ist hier noch immer klasse, unglaublich für Ende September und wir haben uns erstmal mit leckerem chinesischem Essen an die Maas gesetzt und gequatscht. Bei Sonnenschein ist es in Maastricht gleich nochmal so schön.

Nach der ganzen Shopperei qualmten uns dann die Füße und wir haben uns in eins der Cafés am Vrifthof gesetzt. Gar nicht so einfach, da einen Platz zu finden. Und Getränkekarten halten die da anscheinend auch nicht für notwendig, unsere Eistees haben wir aber trotzdem bekommen. Nächstes Problem war dann das Bezahlen, weil die Kellnerin auf einmal mysteriöserweise verschwunden war. Als wir sie dann endlich auf uns aufmerksam gemacht hatten, begann das PingPong Spiel:
Wir: "Wir möchten bitte zahlen"
K1: "Ich hole die Kollegin"
Warten, warten, warten. Neue Kellnerin kommt.
Wir: "Wir möchten bitte zahlen"
Kellnerin nickt und verschwindet. Warten, warten, warten.
Kellnerin kommt mit Rechnung und geht wieder. Wir kramen unser Geld raus. Warten, warten, warten.
Kellnerin kommt zurück und nimmt endlich unser Geld, und wir können endlich gehen. Ich glaube, insgesamt haben wir ne halbe Stunde was getrunken und eine Stunde aufs Bezahlen gewartet. Ich liebe Servicewüsten! Apropos ebendiese: meine Studienbescheinung hab iich immer noch nicht (die sollte Ende August da sein) und meine Bankkarte auch nicht (die sollte Mittwoch da sein). Kein Wunder, dass Holland keine Weltmacht mehr ist.

Masterarbeit

Tja, dieses Wochenende bin ich mal wieder ratlos. Wir haben die Liste mit den Professoren und ihren Spezialgebieten bekommen, damit wir uns einen für die Betreuung unserer Masterarbeit aussuchen können und jetzt stehe ich vor dem Dilemma, worüber ich denn schreiben soll. Auf der einen Seite war ich sehr begeistert, dass ich tatsächlich einen Prof gefunden habe, der als Spezialgebiet politische Theorie hat, was ja hieße, ich könnte bei meinen Leisten bleiben und weiter theoretisch arbeiten. Auf der anderen Seite habe ich mich ja unter anderem auch für Maastricht entschieden, weil ich etwas praktischeres machen wollte, also sollte ich mich vermutlich darauf einlassen, mal ein etwas praxisbezogeneres Thema zu wählen. Ein wenig hängt es ja auch davon ab, was ich denn in einem Jahr mal machen will. Wenn ich meine Doktorabeit schreiben will, wäre es wohl gut, wenn ich bei politischer Theorie bleiben würde, aber ob ich ne Stelle kriege, um das zu tun, steht ja noch in den Sternen. Genauso steht allerdings in den Sternen, ob ich danach ne Stelle irgendwo anders kriegen würde. Also alles doof. Werde Montag mal in die Bib gehen, vielleicht kriege ich da ja ne Inspiration. Jede Hilfe von euch ist natürlich auch sehr willkommen.
Also lasst es mich wissen: Theorie oder Praxis?

Thursday, September 28, 2006

Meine erste Prüfung

Jetzt habe ich sie also hinter mir: meine erste Prüfung an der Uni Maastricht - und ich habe absolut keine Ahnung, wie es gelaufen ist. Ich denke, bestanden haben dürften wir auf jeden Fall, aber alles, was darüber hinaus geht - keine Ahnung. Ich weiß ja gar nicht, wie die hier bewerten, deshalb wage ich es auch gar nicht, mal ne Schätzung abzugeben. Werde euch aber natürlich auf dem Laufenden halten. Wenn es nichts geworden ist, kann ich ja immer noch schnell wieder nach Greifswald flüchten, vielleicht gewähren sie mir da dann ja wieder Asyl. ;-)

Aber worum ging es eigentlich? Es war ja keine Prüfung im eigentlichen Sinne, sondern ne Gruppenpräsentation zum Thema Expertenwissen und Politik. Wir hatten uns die Debatte um Stammzellen in der EU ausgesucht - spannendes Thema, aber wie bei allem hat man irgendwann die Schnauze davon voll. Jedenfalls sollten wir dann in 20 Minuten zeigen, wie -und ob- Expertenwissen in Politik umgesetzt wurde, ob auch alle Meinungen zur Sprache kamen usw. Im Grunde genommen also durchtesten, ob bei der Debatte die Grundsätze deliberativer Demokratie und Fairness eingehalten wurden (aber da zumindest Ersteres ein böses kompliziertes Konzept aus der pol. Theorie ist, werden wir dieses böse Wort hier an der Uni nicht in den Mund nehmen - warum einfach, wenns auch kompliziert geht).

Wir hatten uns ganz gut vorbereitet, mit PowerPoint und allem. Dumm nur, dass meine Gruppe erst nachmittags dran war, wir aber trotzdem den ganzen Tag da sitzen mussten und uns die Präsentationen der anderen Gruppen anhören. Es sollte ja keiner vor leeren Reihen reden (ICH hätte überhaupt nichts dagegegen gehabt, ich hasse es noch immer, vor größeren Menschenansammlungen zu sprechen). Einige Präsentationen waren auch echt interessant, aber andere: gähn...Außerdem war das Englisch von einigen so schlecht, dass ich nach 5 Minuten echt nicht mehr zuhören konnte, weil es so anstrengend war. Ein weiteres Problem ist, dass unser Vorlesungssaal, eine alte Turnhalle (die älteste in Maastricht, wenn man die Uni fragt), zwar jeden technischen Schnickschnak hat, der für Geld zu haben ist, aber leider keine funktionierende Heizung. Und durch irgendwelche seltsamen physikalischen Gesetze ist es in dem Ding, egal welches Wetter draußen herrscht, grundsätzlich nicht wärmer als 10 Grad Celsius. Spätestens nach einer halben Stunde fängt man also an, sich wieder warm einzupacken, aber das hilft auch nur begrenzt. Es ist einfach nur a...kalt und irgendwann spürt man seine Füße nicht mehr.

Wie auch immer, wir waren jedenfalls nachmittags um 15:00 dran und ich war elends nervös. Keine Ahnung warum, aber mir haben sowas von die Knie geschlottert und ich habe die Hälfte von dem, was ich jemals in Rhetorik gelernt habe, vergessen. Zum Glück nur die Hälfte, die andere war noch da, von daher habe ich mich irgendwie über meinen Part gerettet. Wie gesagt, Ergebnisse bekommt ihr, wenn sie da sind.

Was lustig war, ist die Tatsache, dass bei uns im Jahrgang ein Typ ist, der wohl echt sehr religiös ist und der uns dann in der Diskussion prompt angegriffen hat, wie wir denn behaupten können, religiöse Argumente hätten im politischen Diskurs keinen Platz. Darauf hatte ich ja nur gewartet (muss ehrlich sagen, ich hatte gehofft, dass er mit sowas kommt), da war ich dann ja endlich mal wieder in meinem Element und konnte mit Locke, Rawls und Habermas um mich werfen. Ich glaube zwar, dass er keinen dieser Namen jemals auch nur gehört hat, aber was solls. Ich streite mich eben gerne mit diesen Leuten rum und da war dann auch jegliche Nervosität vergessen.

Wer jetzt allerdings denkt, man würde uns eine Erholungspause gönnen, hat sich getäuscht, Montag geht es mit dem normalen Programm weiter und auf meinem Schreibtisch liegen schon wieder 6 Texte, die gelesen werden wollen. Aber das werde ich morgen machen, jetzt kuschele ich mich in mein warmes Bett und lese mal, was ICH will!

Meldet euch mal wieder

PS: Gratulationen an Silke, die ihre beiden Prüfungen mit 1,3 bestanden hat, besser hätte ich es auch nicht machen können! Jeg savner deg (og Berit og Yvonne selvsagt!)

PPS: Und danke an Jessica, die mich darauf aufmerksam gemacht hat, dass unsere Lieblingshausfrauen wieder ihr Unwesen treiben, you saved my day (and you rake in remarkably straight lines! ;-))

Tuesday, September 26, 2006

That's us!


Jetzt haben wir es endlich bekommen, das Gruppenfoto, das wir am ersten Tag von unserer Mastergruppe gemacht haben. Ich sehe natürlich wie immer bescheuert aus, aber was solls. Es sind nicht alle drauf, aber wenigstens bekommt ihr so mal nen Eindruck.

Monday, September 25, 2006

Wie alt sind wir doch gleich??

Gah! Habe heute mal wieder sinnlos meine Zeit verschwendet und frage mich, warum ich immer daran glaube, dass Menschen, die eine Informationsveranstaltung ansetzen, auch wirklich etwas Wichtiges zu sagen haben.
Da radele ich heute also tatsächlich extra zur Uni (zum Glück regnete es wenigstens nicht, obwohl die Wolken ziemlich tief hingen, ansonsten hätte ich mich vermutlich noch mehr geärgert) um mir heutige Infoveranstaltung über das Schreiben von Haus- und Masterarbeiten anzuhören, könnte ja wichtig sein, schließlich hat da jede Uni eigentlich ihre eigenen Richtlinien, was sie denn wollen oder nicht. Aber statt uns ein paar sinnvolle Informationen zu geben, fängt Monsieur bei Adam und Eva an: "Wir brauchen eine Forschungsfrage!" Nein, wirklich? Wäre ich nie drauf gekommen, ich dachte, man schreibt einfach so vor sich hin. Und auf dem Niveau ging es dann weiter: "Ihr müsst zitieren." (war mir auch revolutionär neu ;-)) und "Do not use Wikipedia." (auch das: revolutionär neue Informationen).
Wir sind alle Masterstudenten, wir haben alle zumindest eine BA Arbeit geschrieben und sind nicht ganz doof. Wenn man solche Infos den Erstis gibt, ist das ja sehr nett und hilfreich, fand ich damals auch, aber irgendwann wird es einfach lächerlich. Ich mag es einfach nicht, wenn Menschen sinnlos meine Zeit verschwenden.

Dann habe ich heute versucht, Entkalker für meinen Wasserkocher zu finden...gar nicht so einfach, und das, obwohl das Wasser hier super kalkhaltig ist. Hab dann welchen gefunden, für die Kaffeemaschine und anscheinend hat er auch funktioniert, der Kalk ist jedenfalls weg, jetzt kann ich nur hoffen, dass er mir nicht den halben Boden gleich mit weggeätzt hat. Wenn ich also morgen schlecht gelaunt bin, liegt das daran, dass ich mir keinen Kaffee kochen konnte...

Eine neue Woche

Jetzt haben wir schon wieder Montag und die Woche meiner ersten Prüfung ist angebrochen. Hilfe! Ich hoffe, dass ich das einigermaßen über die Bühne bekomme, mir reicht ja schon ein bestanden, da bin ich bescheiden.
Aber wir haben gestern noch so einiges an unserer Präsentation gemacht bekommen, deshalb denke ich, dass es schon gut gehen wird. Wir waren in der Bibliothek, die hier auch Sonntags geöffnet ist und in den Wochen vor Prüfungen sogar bis 22 Uhr. Und man glaubt es kaum, es sind sogar Leute da, und nicht gerade wenige. Dass ich heil angekommen bin, grenzt allerdings an ein Wunder, da mir auf den 15 Minuten Radweg Hobby Lance Armstrongs gleich dutzendweise begegnet sind und in einem Tempo an mir vorbeigeschossen sind, dass einem Angst und Bange werden konnte. Wenn die Holländer bzw. Belgier Sport betreiben, dann setzen sie sich anscheinend zum Spaß in diesen tollen Plastikradfahrerklamotten auf Räder mit extrem dünnen Reifen und jagen mit 50 Sachen in Gruppen über enge Fahrradwege. Seltsam.
Gleich werde ich mich mal dran machen, meinen Part der Präsentation ein wenig auszuformulieren, damit die Präsentation auch vernünftig läuft. Kann mich aber irgendwie noch nicht so richtig aufraffen, aber es hilft ja nichts.

Saturday, September 23, 2006

Was ich gerade lese

Da es heute wirklich nichts Neues zu berichten gibt, werde ich euch einfach mal eine kleine Buchempfehlung geben, vielleicht bekommt ja der eine oder andere Lust zu lesen. Heute:

Marc Levy: Sept jours pour une éternité (Sieben Tage für die Ewigkeit)

Marc Levy ist sowieso einer meiner Lieblingsautoren und die meisten von euch dürften zumindest eines seiner Bücher kennen: "Solange du da bist", weil es letztes Jahr mit Reese Witherspoon verfilmt wurde. Dieses ist aber mindestens genauso gut und spielt auch wieder im wunderschönen San Francisco. Und es ist natürlich auch wieder eine Liebesgeschichte, und natürlich auch wieder mit einem übernatürlichen Dreh: Eines Tages begegnen sich Zofia und Lucas in San Francisco und vom ersten Moment an fliegen die Funken. Was beide nicht wissen: sie sind eigentlich Gegner. Denn Gott und der Teufel haben die Nase voll vom ewigen Streit und eine wahnwitzige Wette geschlossen: jeder der beiden soll einen Agenten nach San Francisco schicken, um in 7 Tagen so viele Menschen wie möglich auf die gute bzw. böse Seite zu ziehen. Wer immer gewinnt, soll zukünftig das Schicksal der Menschen bestimmen können. Diese beiden Agenten sind natürlich niemand anders als Zofia und Lucas. Wie die Beiden in den 7 Tagen, die ihnen zur Verfügung stehen gegeneinander arbeiten und sich gleichzeitig immer mehr ineinander verlieben ist ein wunderscönes Märchen und Liebesgeschichte zugleich. Einfach schön für einen verträumten Nachmittag. Das Ende ist überraschend und wird hier natürlich nicht verraten. Selber lesen!

Ich habe es im Original gelesen, was die Liebesgeschichte natürlich noch schöner macht (Französisch ist nun einmal die Sprache der Liebe, no doubt about it) aber auch auf Deutsch ist es eine fantastische Geschichte zum Träumen. Genauso empfehlenswert wie die anderen Bücher von Marc Levy.

Friday, September 22, 2006

Ein surreales Interview

Da ich mir ja vorgenommen habe, mir mal eine kurze Auszeit vom Lernen zu nehmen, bin ich mal wieder bei CNN vorbeigesurft und habe geguckt, ob das Interview mit dem iranischen Präsidenten, dass Anderson Cooper vor ein paar Tagen geführt hat, online ist, weil ich mir dachte, dass würde bestimmt interessant werden (und nein, nicht nur, weil ich Anderson Cooper supr finde ;-)). CNN Europe strahlt das natürlich nicht aus. Grrr.
Aber es war zum Glück online und ich muss sagen, ich hab lange nichts so surreales gesehen. Ich meine, dass Ahmadinajad etwas seltsam ist, wusste ich ja, aber der Mann hat einfach keine einzige Frage beantwortet, die beiden haben vollkommen aneinander vorbeigeredet und man konnte richtig sehen, dass Cooper an nem bestimmten Punkt einfach vollkommen verloren war. Er hatte alle diese tollen vorbereitenden Fragen, aber Ahmadinejad ist einfach gar nicht darauf eingegangen und hat minutenlang vollkommen wirres Zeug erzählt. Und eigentlich hatte ich immer den Eindruck, dass sich Cooper nicht so einfach einschüchtern oder von seinem Ziel abbringen lässt. Aber in diesen 15 Minuten? Vollkommen verwirrend, das Ganze. Es muss unglaublich schwierig sein, mit Ahmadinejad zu reden, wenn jemand - so wie er - so von seinen Positionen überzeugt und so schwer fassbar ist, aber mit Pat Robertson und Jerry Falwell hat er es doch auch geschafft. Absolut seltsam.

Wer es sich ansehen will, in den nächsten Tagen mal hierhin surfen und auf den Videolink klicken, noch ist das Interview umsonst zu sehen, ich glaube, das hält immer ungefähr ne Woche, danach muss man dafür bezahlen.

Wochenende!

Endlich ist diese Woche vorbei, so viel Stress hatte ich glaube ich selten. Und auch wenn noch einiges zu tun ist glaube ich, dass unsere Präsentation allmählich Form annimmt und die Argumente die wir haben, einigermaßen zusammen passen. Die PowerPoint Präsentation fehlt zwar noch, aber darum wollen sich Marianne und ich am Sonntag kümmern (Natalie ist bei ihrem Freund in Schwerin).

Was die Vorlesungen angeht, würde ich sagen, die sind immer noch ziemlich basic. Heute war jemand anders dran (hier werden die Vorlesungen immer als das, was wir wohl eine Ringvorlesung nennen würden, gehalten) und das war echt 2 Stunden reines Faktenvermitteln. Allerdings Fakten, die ich in jeder Einleitung eines Buches über internationale Beziehungen auch finden würde. Schnarch. Ehrlich gesagt, hatte ich mir vom Niveau her hier etwas mehr erwartet/ befürchtet/erhofft. Ich weiß auch im Moment nicht, was die eigentlich in nem Monat in der Klausur abfragen wollen. Fakten? Denn diskutieren tun wir die Texte nicht wirklich, auch nicht im Tutorial. Das ist reines durchkauen à la "und der Autor definiert governance so, während der andere sagt, dass...". Wenn man dann noch anfangen würde, dass auch zu bewerten, wär das ja OK, aber die Feststellung reicht hier vollkommen aus. Bewerten ist zu viel Denkleistung anscheinend. Naja, nichts dran zu machen.

So, ich werfe mich jetzt gleich vor den Fernseher und denke ebenfalls gar nicht mehr, mein Hirn ist vollkommen verknotet.

Thursday, September 21, 2006

Das Leben ist eine Baustelle...Maastricht auch

...und da war ich und dachte, dass man nur in Greifswald ständig Löcher gräbt, irgendetwas verbuddelt und das Ganze dann wieder zuschüttet, um an einer anderen Stelle zu graben... oder auch mal wieder ein Haus neu zu streichen (ich glaube, die Aula habe ich in insgesamt 4 verschiedenen Farben gesehen). Aber hier besteht auch die halbe Innenstadt aus Baustellen, furchtbar, überall ist es laut und Leute hämmern, bohren oder weiß ich was. Dabei sollte man meinen, hier stände (oder muss es "stünde" heißen?) alles unter Denkmalschutz, so alt wie die Stadt ist.

Was mein Leben angeht: ich weiß im Moment vor lauter Zeugs zu tun nichts mehr, wo mir der Kopf steht. Wir haben zwar heute 5 Stunden an unserer Präsentation gearbeitet (wir waren seit 9 Uhr morgens in der Bibliothek, die auch um die Zeit schon rammelvoll ist, haben nur so gerade noch einen Gruppenarbeitsraum bekommen), aber ob wir so wirklich weiter gekommen sind, weiß ich noch nicht. Ich bin einfach total unsicher, was die eigentlich wollen. Ich hoffe einfach mal, dass das nächste Woche gut geht.

Dann müssen wir morgen das Tutorial moderieren, was an sich ja kein Problem wäre, aber ich hasse es einfach, nur Faktenwissen abzufragen. Wo bleibt denn da die Diskussion? Aber da die hier bei den einfachsten theoretischen Konzepten schon den Mund aufsperren und nicht mehr weiterwissen, wie soll man da diskutieren? Gut, ich habe einen stärkeren theoretischen Background als die meisten hier, gebe ich gerne zu, aber innerhalb von 3 Jahren Politikstudium sollten einem ja zumindest ein paar Klassiker (das fängt schon bei Aristoteles an - haben die nie gemacht) mal über den Weg gelaufen sein.

Dann hatten wir heute die erste "Expertenvorlesung", soll heißen, es kommt jemand aus Brüssel und erzählt uns was. Heute war ein Mensch vom DG für Research bei der EU Kommission da und hat uns eben erklärt, wie die EU mit Expertenwissen umgeht. War relativ trocken, aber der gute Mann war aus England und hatte sooo einen tollen englischen Akzent. Genau wie Tony Blair. Da hätte ich noch Stunden zuhören können.

So, da wir morgen schon um 8:30 Vorlesung haben, gehe ich jetzt mal ins Bett. Ich kann es gar nicht erwarten, bis Wochenende ist, endlich mal wieder ausschlafen.

Wednesday, September 20, 2006

Banken und andere Sevicewuesten

So, ich bin seit 10 Minuten stolze Besitzerin eines hollaendischen Bankkontos - nachdem ich nur ungefaehr 2 Stunden in einem voellig chaotischen Haufen von Studenten gewartet habe, wo keiner wusste, wer vor wem dran war.Aber es waere ja auch zu einfach gewesen, Nummern auszugeben, damit da ein bisschen Ordnung reinkommt. Das ganze Prozedere hat dann ungefaehr 5 Minuten gedauert und bestand aus "Unterschreiben Sie hier, hier und hier." Grrr.
Aber da die Bank hier die Einzige ist, zu der auslaendische Studenten gehen koennen, weil die einen Kooperationsvertrag mit der Uni hat und man so keine niederlandische Sozialversicherungsnummer braucht, bleibt einem ja nichts anderess uebrig als zu warten.
Idiotischerweise hat die Bank fuer das Eroeffnen der Studentenkontos genau 5 Tage a 5 Stunden eingeplant und bei ca. 1000 neuen Studenten kann man sich dann vorstellen, wie viele da im Durschnitt pro Tag rumhaengen. Was die Sache weiter verkompliziert ist die Tatsache, dass sie genau 2 Mitarbeiter fuer diesen Ansturm abgestellt haben, waehrend ungefaehr 20 weitere Daeumchen drehend herumsitzen. Ausserdem gibt es auch massig Studenten, die mit einem Visa hier sind (gefuehlsmaessig alles Chinesen) und bei denen steht jedesmal eine volle Sicherheitsueberpruefung an, bevor sie ein Konto bekommen. Das dauert im Schnitt 20 bis 30 Minuten. Man kann sich also ungefaehr vorstellen, wie viele Leute in einer Stunde drankommen. Vor mir waren heute ca. 12 Leute und das auch nur, weil ich die Voraussicht hatte, schon 15 Minuten vor Oeffnungszeit bei der Bank zu sein. Marianne kam 15 Minuten spaeter und hatte schon ca. 30 Leute vor sich, die Arme wird wohl noch ein bisschen da sitzen. Laecherlich, oder?
Jetzt bin ich mal gespannt, wann ich meine Bankkarte bekomme, die Banktante meinte 4 Tage, aber das glaube ich noch nicht so wirklich.
So, jetzt werde ich noch ein bisschen lesen (bin in der Bibliothek, deshalb auch keine Umlaute, die Tastatur ist anders) oder es zumindest versuchen, denn die renovieren hier anscheinend gerade mit bohren und allem und da die Bib offen gebaut ist, kann man nirgends hin vor dem Geraeuschpegel fluechten. Jesus, ich glaube allmaehlich, alle Hollaender haben einen an der Waffel. Kann man sowas nicht ausserhalb der Oeffnungszeiten machen?

Monday, September 18, 2006

EU und anderer Buchstabensalat

So, meine Lieben, ich bin wieder in Maastricht und die Uni hat mich auch wieder. Heute war ein Crashkurs über die EU Institutionen für die "neuen" Master angesagt, sprich die, die nicht schon ihren Bachelor hier gemacht hatten. Da ich ja auch zu denen gehöre, bin ich auch hübsch brav hingegangen, dachte mir, soo schlimm kann es ja nicht werden, immerhin hast du ja zumindest eine Grundahnung, worum es bei der EU geht und sogar schonmal was vom Ministerrat gehört. Aber was die nette Frau uns dann für einen Salat von Abkürzungen an den Kopf geworfen hat, ging echt auf keine Kuhhaut mehr - und in einem Tempo, dass einem schwindelig werden konnte.
Man sollte meinen, dass das Einzige, was man braucht, um in der EU einen neuen bürokratischen Koloß zu bauen, der für irgendetwas zuständig ist (Sonderpunkte für jede Zuständigkeit, die mit der einen anderen Behörde kollidiert) ein nettes Akronym ist. Schonmal von COREPER gehört? Nein? Ich auch nicht, aber man lernt ja gerne dazu. Den gleichen Buchstabensalat findet man dann nochmal bei den Programmen: REACH, PHARE, DAPHNE und soweiter und so fort. Man erfinde ein schönes Akronym, und schon rückt die EU Geld für seinen Unterhalt heraus. Eigentlich ganz praktisch.

PS: COREPER steht übrigens für Comité de représentants permanents (Auschuß der ständigen Vertreter), ein Gremium, das dem Ministerrat unterstellt ist. Wer hätte das gedacht?

Saturday, September 16, 2006

Jetzt ists offiziell

So, heute kamen dann auch endlich meine Zeugnisse an und ich darf mich jetzt also ganz offiziell Bachelor of Arts nennen, Abschlussnote 1,3. Ist ein ganzer Stapel Papiere, da muss ich mich erstmal durchwühlen, werde heute Abend mal eins einscannen, dann könnt ihr es bewundern.

Sarah

Friday, September 15, 2006

In Deutschland - fürs Wochenende

So, jetzt hat mich Deutschland bis Montag erstmal wieder. Reise war ereignislos. Der Bus von Maastricht direkt nach Aachen war echt praktisch, wenn auch ziemlich voll, anscheinend setzt hier jeden Freitag der Exodus ein. Es studieren eben zu viele Deutsche in Maastricht. Allerdings sind natürlich an der ersten Haltestelle in Deutschland erstmal ein paar nette Polizisten eingestiegen, die mal gucken wollten, ob jemand ein paar besondere holländische Souvenirs mitgebracht hatte. Da ich aber anscheinend nicht aussehe, wie jemand der Gras schmuggelt, haben sie mich in Ruhe gelassen. Wenn die wüssten, dass ca. 100 Meter die Straße runter von unserem Institut ein Coffeeshop ist...nicht, dass ich da jemals drin gewesen wäre, aber anscheinend machen die ein gutes Geschäft, die Studenten an unserer Fakultät sind eben gestresst, da reicht der hauseigene Psychologe nicht aus (ja, sowas gibts hier, vielleicht soltle ich anfangen, mir Sorgen zu machen. Wieviele Selbstmordversuche gibt es an unserer Fakutät jedes Jahr? Sollte ich mal rausfinden.).

In Aachen stand ich dann erstmal dummam Bahnhof rum, weil wegen technischer Mängel - sprich: einer der alterschwachen Regionalzüge hatte mal wieder den Geist aufgegeben - mein Zug ausfiel, also war ich ne halbe Stunde später zu Hause als geplant. Aber nicht schlimm, dafür haben wir heute Abend noch mal fein gegrillt. Yummy! Es geht doch nichts über Essen zu Hause.

Was war universitär heute los? Wir hatten unser erstes Tutorial, und ich muss ehrlich sagen, ich hätte mir mehr erwartet. Ich hatte eher gedacht/befürchetet, dass das Ganze komplett über meinem Kopf abläuft, aber eher im Gegenteil: das war reines Faktenabfragen. Drei sollten ja das Ganze vorbereiten, und ich dachte, dass das so im Stile unserer Colloquia (bestimmt falsch geschrieben) abläuft, dass ein paar Thesen vorbereitet werden und der Inhalt des Textes als bekannt vorausgesetzt wird. Aber nein, wir haben schön brav alles wiedergekäut, was in den Texten stand. Buchstein hätte sowas nach spätestens 10 Minuten unterbunden, in jedem Proseminar, und wir sind mittlerweile Masterstudenten, da sollte man doch wohl etwas weiter sein. Na, nächste Woche bin ich mit dran, mal sehen, was wir dann zu Stande kriegen. Aber vielleicht darf man auch nicht zu viel verlangen, es scheint ja, dass da ein Paar mit den einfachsten Konzepten überfordert sind.

Dann habe ich heute noch erfahren, dass "mein" Prof, soll heißen, der der meine BA Arbeit betreut hat und bei dem ich im Colloquium war, anscheinend dank seines Status als Rechtsextremismusforschers gerade zur Medienpersönlichkeit wird, weil in meinem alten Heimatbundesland MeckPomm nächste Woche Wahlen sind und die NPD bei Umfragen so bei 7% liegt - unglaublich aber wahr. Hier ist mal ein Interview mit der Taz und beim ZDF war er auch schon, habe ich mir dank Internetarchiv gerade nochmal angeguckt (danke an Katja, die mir den Hinweis gegeben hat). Wieder ein Beweis, dass auch in Greifswald Politikwissenschaft auf hohem Niveau betrieben wird. Da soll noch einer sagen "Greifswald, wo liegt DAS denn?"

So, ich geh jetzt ins Bettchen, bin nämlich doch ziemlich k.o. von der Woche. Meldet euch mal bei mir.

Thursday, September 14, 2006

Immer die Radfahrer...

So, heute hatte ich dann meinen ersten Unfall und habe mir gleich die Hälfte meiner Speichen aus dem Fahrrad gerissen. Außerdem hab ich ne Riesenacht im Vorderreifen, weil ich mit meiner Mitbewohnerin zusammengerasselt sind, weil wir uns nicht über den Weg einig waren. Wir sind zusammen in die Stadt gefahren udn anscheinend hatten wir beide absolut unterschiedlcihe Vorstellungen darübeer, was der schnellste Weg dahin ist. Dumm, dass man über sowas nicht vorher gesprochen hat. Absolutes Pech, ihr Fahrrad ist natürlich bis auf ein leicht verbogenes Schutzblech vollkommen in Ordnung, während meins einen neuen Reifen und ganz viel TLC braucht. Warum passiert sowas eigentlich immer mir? Klasse, also kann ich am Wochenende erstmal einen neuen Reifen kaufen (nicht das Plastik, sondern das Metallteil, wie heißt das denn?). Ich habe ja auch so viel Geld übrig diesen Monat. Na gut, dann fällt Kino eben aus. Zum Glück bringen mich meine Eltern am Montag wenigstens wieder her, so dass ich nicht mit dem Reifen durch Zug und Bus muss. Aber repariert werden muss es ja, zum Laufen ist es echt zu weit. Wenn ich bedenke, was ich an Reparaturkosten schon alles in dieses Fahrrad gesteckt habe...davon hätt ich mir inzwischen drei neue kaufen können. Vielleicht ganz gut, dass ich kein Auto besitze, anscheinend bin ich eine Gefahr für alles mit Rädern (obwohl, meine Rollerblades hab ich noch nicht ruiniert und der Bus hat auch gegen meinen Fuß gewonnen).

Uni war heute nicht, dafür hab ich mich mit natalie (auch aus Deutschland) und Marianne (aus Finnland) getroffen, um eine Präsentation vorzubereiten, die wir in gut 2 Wochen halten müssen, mit Power Point und allem Schnickschnack. Wir sollten den Einfluss von Experten auf die Politik untersuchen und haben uns die Förderung von Stammzellenforschung in der EU ausgeguckt. Spannendes Thema, leider reichen meine Biokenntnisse nicht mehr soweit, dass ich irgendwelche Details von dem, was die Wissenschaftler schreiben, warum man ihre Forschung unbedingt und mit ganz viel Geld unterstützen sollte, verstehen würde. Naja, aber es wird wohl auch so reichen. Wir kommen eigentlich ganz gut voran, jetzt übers Wochenende werden wir den Großteil der Texte schreiben und dann am Montag, wenn ich zurück bin, mit der PowerPoint Präsentation anfangen. Also werden wir es wohl hoffentlich rechtzeitig fertig bekommen.
Aber super: meine erste Prüfung und dann noch ne Präsentation. Ich rede ja auch so gern vor vielen Leuten! Wir hatten zwar in Greifswald Rhetorik, was auch echt nützlich war, aber trotzdem: hier weiß ich ja so gar nicht, was mich erwartet. Na, wenigstens auf Englisch, da fühle ich mich sicherer als auf Deutsch. Drückt mir die Daumen.

Was mir hier allerdings aufgefallen ist, als es darum ging, sich in Gruppen zusammenzufinden, ist, dass einige doch sehr unter sich gbleiben, vor allem die "alten" European Studies Leute (soll heißen, die die schon ihren Bachelor hier gemacht haben) und die Osteuropäer. Letztere reden auch sehr schnell in ihrer Muttersprache (was auch dran liegen kann, dass sie teilweise echt schlecht Englisch sprechen, da frage ich mich mal wieder, warum ich den Sprachtest machen musste) und scheinen auch gar keinen Kontakt zu anderen zu wollen. Die einzie Ausnahme ist eigentlich Theodora aus Bulgarien, aber die hat vorher auch schon in Kanada studiert. Seltsam, aber wohl nichts dran zu machen.

So, wenn jetzt nichts weltbewegendes mehr passiert (und was sollte passieren, ich sitze den Rest des Tages zu Hause und bereite mich auf morgen vor) dann hört ihr morgen abend von mir, wieder aus Deutschland.

Tuesday, September 12, 2006

Work, work, work...

So, ihr habt mich wieder und keine depressiven Posts mehr. Nachdem ich mich gestern durch 2 Stunden noch mehr Infos über meinen Studiengang gequält habe, war heute wieder Uni angesagt mit der tollen Ansage, dass die Präsentation, die wir in gut 2 Wochen fertig haben müssen, anscheinend ungefähr den Literaturanspruch meiner BA Arbeit haben soll. Wir arbeiten zwar im Team, aber trotzdem: AAAAAAAH!!!! Und eigentlich hat keiner so richtig ne Ahnung, WAS genau wir in dieser Präsentation nun eigentlich machen sollen. Also ganz klasse. Vielleicht lässt sich ja morgen jemand dazu herab, uns das mal ein bisschen genauer zu erklären.

Dafür habe ich heute aber endlich meine UM Card, sprich Studentenausweis, bekommen, im Scheckkartenformat und mit Foto. Da kann Greifswald mal nicht mithalten. Jetzt kann ich endlich in der Bibliothek die Schließfächer benutzen und muss nicht immer sehen, dass jemand mein Zeug mit einschließt. Eine Studienbescheinigung hab ich allerdings aber immer noch nicht, also werde ich morgen wohl mal im Student Service Center vorbeilaufen müssen und fragen, weil ich das Ding dringend fürs Kindergeld brauche. Hach, ich habe ja auch sooo viel Zeit, mich um den Scheiß zu kümmern...

Das Wetter hier ist immer noch herrlich - war ja eigentlich klar: den ganzen August, den ich frei hatte, hat es geregnet und jetzt scheint die Sonne! Kann man Gott verklagen?

So, das wars von mir, bis morgen dann.

Monday, September 11, 2006

9/11


Jetzt ist er also da, und ich hoffe, das wird der letzte Post zu diesem Thema hier (zumindest für dieses Jahr). Ich bin gerade (naja, vor ner Stunde) aufgestanden und im Moment ist das Wetter hier wunderbar, genau wie es vor 5 Jahren war - alles so furchtbar normal und wunderschön. Auch wenn manche Sachen verschwommen sind, weiß ich noch genau, dass ich ich gefreut habe, dass so schönes Wetter ist, weil doch Alex Geburtstag war und wir so vielleicht nach der Schule in den Park und dann zu unserem Lieblingseisladen gehen konnten. Ganz normal. Und dann das. Ich erinnere mich auch noch, das ich so gegen 10 zu Alex Schule gefahren bin, weil ich Muffins vorbeibringen wollte, die wir am Tag vorher gebacken hatten für seine Klassenkameraden. In der Klasse thronte der kleine Kerl dann stolz wie Oscar ganz vorne und ahnte noch nicht, dass wir abends nicht wie versprochen mit Mum feiern würden, die saß ja, genau wie mein Gastvater, am anderen Ende der Staaten fest. Die Lehrerin wusste aber schon Bescheid und fragte mich nur, ob wir alle OK seien (meine Gastmutter war ja Pilotin) und bis heute halte ich es für ein Wunder, dass niemandem etwas passiert ist.
Viel von diesem Tag ist allerdings etwas verschwommen, ich habe mit den Nachbarn ferngesehen, bis die Kinder nach Hause kamen, und ich weiß noch, wie wir alle nur noch gehofft haben, dass es endlich aufhört als noch ein Flugzeug und noch ein Flugzeug abstürzten, dann der erste und danach der 2. Turm einstürzte.
Eric kam früher nach Hause, seine Schule wurde geschlossen, weil viele Eltern in den Türmen gearbeitet haben. Er hat sich dann in den Spielkeller verzogen und aus Lego die Türme nachgebaut und Flugzeuge reinkrachen lassen - wohl seine Art, damit umzugehen. Einen Tunnel, in dem die Leute sich retten konnten, hat er allerdings auch gebaut.
Irgendwann rief dann auch mein Gastvater an und meinte, dass sein bester Freund vermutlich in den Türmen umgekommen wäre, seine Familie hätte jedenfalls nichts mehr von ihm gehört, seid er morgens zur Arbeit gefahren sei. Ich habe es zwar wahrgenommen aber wohl nicht realisiert, dass habe ich erst, als ich zum erstenmal seine Kinder und seine Frau wiedersah - ohne ihn.
Abends haben wir dann noch, um für die Kinder wenigstens ein bisschen Normalität aufrecht zu erhalten, Alex' Geburtstag gefeiert. Unsere Nachbarn sind herübergekommen mit Pizza und Kuchen und ihren Kindern und ich weiß noch genau, wie surreal ich es fand, dass wir bei uns in der Küche saßen, mit den Kindern feierten,während draußen alles zusammenbrach.
Mit das Schlimmste war, nicht zu wissen, was passierte, wir konnten ja den Fernseher nicht anmachen. Als die Kinder dann im Bett waren, haben wir noch die Rede des Präsidenten geguckt und so dumm das klingt, mich hat es beruhigt. Ich weiß nicht, wie lange wir an dem Tag noch geredet haben, vermutlich lange.
Was ich allerdings noch genau weiß, ist, dass ich nicht geweint habe, wahrscheinlich, weil ich einfach nicht realisiert habe, was da in "meiner" Stadt passiert ist. Erst am Freitag, als wir abends mit kerzen zum Haus einer Nachbarin hinüber gegangen sind, die ihre Tochter verloren hat, habe ich angefangen zu heulen, wie ein Schloßhund. Dabei kannte ich das Mädchen höchstens vom Sehen. Aber da waren meine Kinder auch nicht dabei.
Wer übrigens den Tag mal ein wenig durch meine Augen sehen möchte: CNN strahlt heute onlien noch einmal die Berichterstattung von vor 5 Jahren aus (oben im Banner auf "Watch Now" klicken, los geht es um 14:30 unserer Zeit), wie sie sich damals abgespielt hat. Ich weiß noch, dass Aaron Browns ruhige Art mir damals unheimlich Mut gemacht und geholfen hat. Er konnte es zwar auch nicht fassen, aber trotzdem. Ich werde es mir auf jeden Fall angucken, auch wenns schwerfallen wird. Leider kann ich nicht alles gucken, weil ich um 4 zur Uni muss, aber die Pause wird mir vermutlich gut tun.
Euch allen einen ruhigen Tag,
Sarah

Sunday, September 10, 2006

Ihr habt es fast geschafft

Hi ihr,

sorry, wenn mein Post gestern etwas deprimierend war, aber so bin ich um diese Zeit des Jahres leider immer drauf, aber morgen Abend oder Dienstag früh habt ihr (und ich) es geschafft, also aufatmen. Es sind eben immer noch diese paar Tage im Jahr, die mich komplett fertig machen. Einfach auch, weil ich das Gefühl habe, alle vergessen allmählich, was passiert ist und das 3000 unschuldige Menschen gestorben sind, weil irgendwelche Monster meinten, sie würden im Namen Gottes handeln (mal wieder ein Beweis dafür, wie gut wir doch alle ohne diese verdammten Religionen dran wären). Alle reden nur noch über Politik und wozu 9/11 alles als Rechtfertigung gebraucht wurde und während das ja alles gut und schön ist, werden die Menschen vergessen. Das ist zum Henker nicht einfach ein Datum oder ein paar erschreckende Bilder oder ein politischer Vorwand, das war Massenmord an vollkommen unschuldigen Menschen. Und es ist mir egal, ob alle sagen, dass sei Amerikas eigene Schuld gewesen, die Schuld der Menschen, die an diesem Morgen ins Flugzeug stiegen oder zur Arbeit gingen, war es jedenfalls ganz bestimmt nicht und deshalb sollte man sie auch nicht vergessen. Ich trauere jedenfalls um diese Menschen und das wird mir auch keiner verbieten. Der beste Freund meines Gastvaters ist an diesem Tag umgekommen, und dass einfach nur, weil er zur Arbeit ging. Ein liebevoller Vater, ein toller Mensch, mit dem man super reden konnte. Was kann er denn bitte für die Politik eines Landes, in dem er auch noch nur zu Gast war (er war Engländer)? Hätte man seinen Kindenr und seiner Frau sagen sollen, tut uns leid, aber eigentlich ist das Amerikas Schuld, weil wir zu imperialistisch waren???
Ich gebe offen zu, dass ich nach 9/11 zu unkritisch und zu patriotisch war, aber in dieser Zeit hat es mir geholfen, damit fertig zu werden und heute ist es manchmal meine Verteidigungsstrategie gegen alle, die Amerika einfach nur verdammen wollen. Es war hilfreich, dazu zu gehören, trauern und wütend sein zu dürfen. Wenn ich heute sage, dass ich mich in dieser Hinsicht als Amerikanerin und nicht als Deutsche fühle (Ich habe es den Deutschen immer noch nicht ganz verziehen, dass sie erst große Töne spucken von wegen "wir sind alle Amerikaner" und dann, wenn es drauf ankommt, einen Rückzieher machen - Kinder, entweder ganz oder gar nicht) , dann werde ich nur schief angeguckt und gefragt, wie ich so eine Politik unterstützen könne. ich habe einfach das Gefühl, die menschliche Tragödie gerät in den Hintergrund und wer offen zugibt, sich mit den Amerikanern verbunden zu fühlen (Ich war da, um Himmels Willen, ich erinnere mich immer noch an den Staub in der Stadt, Wochen später, das waren mal Menschen) wird gleich abgestempelt.
Offen trauern kan ich hier nicht, ich habe das Gefühl, ausgelacht zu werden. Kann das jemand verstehen? Vermutlich nicht. Meine ganze Welt ist damals an einem Tag zusammengebrochen, vielleicht trauere ich auch darum. In der Rede, die George Bush damals am gleichen Abend gehalten hat, sprach er auch davon wie sich die Menschen beim Anblick der Bilder der brennenden Türme gefühlt haben: voller Unglauben, Traurigkeit aber auch einem stillen, nicht vergehenden Zorn. Fügt noch Hilflosigkeit dazu, und dann habt ihr, wie ich mich damals und auch heute noch manchmal fühle. 9/11 ist einer der Gründe oder vielleicht der Hauptgrund, warum ich Politik studiere, aber werde ich jemals etwas dazu beitragen können, dass so etwas nie wieder passiert? Wohl eher nicht.

Saturday, September 09, 2006

Heimweh

Nein, nicht wie ihr denkt, nach Deutschland (obowhl ich Greifswald und alle meine sicherlich fleißig mein Blog lesenden Freunde ganz doll vermisse), sondern in die USA. Im Moment ist es wieder ganz schlimm, vermutlich auch, weil sich 9/11 mal wieder nähert und man im Fernsehen nicht anderes sieht. Vielleicht habe ich aber auch nur ein Talent, da immer reinzuzappen und dann festzuhängen, obwohl ich weiß, dass ich spätestens nach 10 Minten einen Heulkrampf bekommen werde. Und dass es der 5. Jahrestag ist, macht die Sache auch nicht gerade leichter. CNN zeigt am Montag online noch einmal sein Originalprogramm vom 11. September von vor 5 Jahren, die damalige Live-Berichterstattung, ich kämpfe im Moment mit mir, ob ich mir das ansehen soll. Es wäre bestimmt gut, sich das Ganze mit ein bisschen Distanz noch einmal anzusehen...auf der anderen Seite: als ich die Bilder das erste Mal gesehen habe, saß ich bei unseren Nachbarn im Wohnzimmer und konnte nicht glauben, dass das, was ich da auf dem Bildschirm sah, wirklich passierte. Dass sich da gerade meine ganze Welt um 180 Grad drehte. Ich glaube, Aaron Browns Berichterstattung wird mich bis zu meinem letzten Tag verfolgen.

Ok, ich sollte wirklich ins Bett gehen, vielleicht ist es ja morgen besser. Sorry, für diesen whiny post, aber davon werdet ihr wohl bis Montag Abend noch ein paar ertragen müssen.

Endlich Wochende

So, meine erste Uniwoche habe hier jetzt hinter mich gebracht und wie ihr an meinem tollen Ticker rechts sehen könnt, hab ich nur noch drei Wochen bis zu meiner ersten Prüfung hier: eine Präsentation, zum Glück in der Gruppe. Drückt mir schonmal die Daumen.
Ansonsten sind die Wochenenden her sehr ruhig, da
  1. zum Lesen reserviert, ohne dass man auf die Uhr gucken muss, um nichts zu spät zu ner Vorlesung zu kommen.
  2. meine sämtlichen Mitbewohner anscheinend sämtliche Wochenenden nach Hause fahren und ich konsequenterweise das ganze Haus für mich habe, etwas unheimlich, aber gut.
Habe heute eigentlich ganz gut was geschafft, morgen nochmal 2 Texte und dann kann ich mich nächste Woche ganz der Präsentation widmen.
Was allerdings nervt, ist, dass mein Studentenausweis immer noch nicht da ist, kommen sollten die Dinger Ende August und nachdem ich bestimmt 10mal nachgefargt hab, hieß es, Ende dieser Woche, aber bis jetzt ist noch nichts da. Wenn Montag immer noch nichts im Briefkasten ist, werde ich mich wohl mal beschweren müssen, wofür zahle ich hier immer 1500 Kröten Studiengebühren, wenn sie es noch nichtmal schaffen, eine Plastikkarte rechtzeitig fertig zu stellen!

Und da ich ein CNN Junkie bin, habe ich auch noch was für alle, die schon immer wussten, dass die Amis durchgeknallt sind: Habe gerade einen Bericht darüber gesehen, dass an einer amerikanischen Schule die Lehrer gebeten wurden, doch bitte das Vintage Starbucks Logo, das z. Zt. auf den Pappbechern ist, auf ihren mitgebracten Cups-to-go zu verdecken, weil es anstößig wäre und die Kinder ablenken könnte. Für alle, die es nicht kennen, das Logo sieht so aus:


Dramatisch oder? Man bedenke außerdem, dass das Logo hier ungefähr Originalgröße ist, die Kids werden also seeehr viel erkennen können. Ich bin mir sicher, dass all die armen Kinder einen dauerhaften psychischen Schaden davontragen werden. Jesus! Kann man sich nicht über wichtige Sachen Gedanken machen. Aber Starbucks muss sowas schonmal durchgemacht haben, denn wie wir wissen, sieht das neue Logo ja so aus:


(man beachtete das strategisch plazierte Haar). Die spinnen, die Amis!

Friday, September 08, 2006

Pimp my Laptop

Dumdidum, eigentlich hab ich ja so gar keine Zeit, dieses Wochenende warten 5 Texte darauf, von mir gelesen (und noch wichtiger: verstanden) zu werden aber ich habe gerade diese Superwebsite entdeckt, auf der man seinen PC aufmotzen kann mit allen möglichen Gimmicks und bin gerade fleißig am runterladen. Lustig. Eigene Sounds habe ich ja schon, auch wenn mein "This is CNN" woh mittlerweile allen auf den Geist feht, aber jetzt kann ich fast den ganzen Look verändern.

Ok, dieser Post war jetzt, was mein Studium, über das dieses Blog eigentlich gehen soll, komplett irrelevant, aber was solls. (Das nächste Mal, wenn mir langweilig ist, bekommt ihr dann eine Tirade darüber, dass ich hier nur CNN Europe und nicht die US Edition bekomme, auf der mein Lieblingsmoderator läuft, das ist noch langweiliger, also keine Beschwerden)

Dude, where's my change?

So, habe heute eine sehr seltsame Erfahrung gemacht: in Holland scheint man nicht auf kleine Münzen zu stehen. Bis jetzt ist es mir noch gar nicht aufgefallen, aber nachdem Nathalie das heute ansprach, hab ich mal drauf geachtet. Wenn man hier was kauft, mit der typischen Preisendung von irgendwas mit 9 Cent (wie ich heute einen neuen Marker für 99 Cent, da mein Alter den Geist aufgegeben hatte. Da könnt ihr mal sehen, wie viel ich hier lese.), dann bekommt man den Kleckerbetrag nicht wieder. Ich habe also mit nem 2 Euro Stück bezahlt und einen Euro wieder bekommen. Mein 1 Cent verschwindet in den Kassen der Geschäfte. Angeblich gleicht sich das aus, wenn man nämlich beispielweise 1,47 wiederbekommen müsste, kriegt man 1,50. Schön und gut, ich finde das System trotzdem gewöhnungsbedürftig, auch wenn es einem ne Menge Kleingeldschlepperei erspart.
Also: heute wieder was über andere Länder, andere Sitten gelernt.

Thursday, September 07, 2006

Der Alltag kehrt ein

So, heute waren keine Vorlesungen, was aber noch lange nicht heißt, dass ich frei hatte. Weit gefehlt. Statt dessen habe ich so ca. 150 Seiten Lektüre durchgeackert und habe jetzt tatsächlich alles Zeug, was ich bis nächste Woche brauche, durch. Was noch lange nicht heißt, dass ich es alles behalten kann. Da muss ich mich dann doch nochmal ransetzen. Wenigstens war das Wetter nicht so schön wie gestern, da fällt es nicht ganz so schwer, drinnen zu hocken.
Nach der ganzen Lernerei war es dann richtig entspannend, einkaufen zu fahren ich glaube, die Strecke zu Aldi hab ich im Rekordtempo zurückgelegt, ich musste einfach mal die ganze aufgestaute Energie rauslassen. Fahrradfahren macht hier noch immer Spaß, nur eines nervt: die ganzen Moped- und Rollerfahrer. Die fahren hier nämlich auch auf den Radwegen und ständig hört man so ein aggressives Geknatter hinter sich und wird scharf von so einem Ding überholt. Nerv!
Morgen hab ich dann mal wieder Uni, von 9 bis 1, danach werde ich dann wieder in die Bib, weiterlesen. Im Moment plane ich, das übernächste Wochenende mal nach Hause zu kommen, also muss ich ein bisschen vorarbeiten, damit ich dann nicht nur am Schreibtisch sitze, dann könnte ich ja auch hierbleiben.
Grüße aus Maastricht und meldet euch mal wieder, mein Postfach kriegt allmählich Magersucht!

Wednesday, September 06, 2006

Running to stand still

So, allmählich bekomme ich das Gefühl, die Leute hier haben einen an der Waffel. So viel, wie wir hier lesen sollen, kann doch kein normaler Mensch schaffen. Gerade als ich dachte, ich hätte mein Pensum für diese Woche fast durch, kommt ein neues Announcement, dass wir noch drei Texte lesen sollen - bis Freitag. Na danke. Und wenn ich bedenke, dass dass nur der ganz normale Lesestoff ist... Ab nächster Woche kommen da noch die Texte für eine Präsentation, eine Hausarbeit und später dann die MA Arbeit dazu. Also, entweder habe ich eine vollkommen falsche Lesetechnik oder die Menschen hier in Maastricht haben einfach gelernt, ohne Schlaf auszukommen. Normal ist das jedenfalls nicht. Und besonders viel Spaß macht es auch nicht, bei 30 Grad und schönstem Sonnenschein in der Bibliothek zu sitzen. Na, wenigstens bin ich nicht alleine, heute war glaube ich jeder Arbeitsplatz besetzt.
Dann waren wir heute zum ersten Mal in der Mensa und ich habe erstmal Stielaugen bekommen, als ich die Preise gesehen hab. Ein Mittagessen kostet hier mal locker 4 Euro. Haben alle Holländer im Garten eien Ölquelle versteckt oder wie können die sich das leisten? Gut, es war lecker und kein Vergleich mit dem Industrieessen, das wir in Deutschland bekommen, aber trotzdem. Schätze, Mensabesuch wird ein seltener Luxus für mich bleiben.
So, ich werde jetzt mal weitermachen, damit ich wenigstens einigermaßen am Ball bleibe.

PS: Ich bin jetzt seit einer Woche im Ausland. Wollte ich nur mal erwähnt haben.

Tuesday, September 05, 2006

Mein neues Zuhause: die Unibibliothek

Mein Semester ist jetzt 2 Tage alt und ich komme mir almählich vor, als hätte ich gar kein Zimmer mieten müssen, es scheint, als ob die Unibibliothek zu meinem neuen Zuhause werden wird. Was wir hier an Lesepensum für eine Woche haben, das würde sich kein dt. Prof. in einem Monat zu fordern wagen, 300 Seiten pro Woche sind vollkommen normal, und das ist nur der Pflichtkram. Dazu kommt dann noch das Zeug, das man lesen muss, um seine Präsentationen und Papers zu machen. Aber ich hab es mir ja so ausgesucht.
Da es wohl allen Studenten hier so geht, ist die UB konsequenterweise sehr modern und riesengroß, überall stehen Computer, man kann aber auch seinen Laptop mitbringen und dann wireless im Internet surfen. Besonders klasse ist, dass von den Büchern, die Pflichtlektüre sind, nicht nur ein, sondern immer mindesten 5 Exemplare da sind, so dass nicht allzu großes Gerangel entsteht. Voll ist es natürlich trotzdem immer - und das schon nach 2 Tagen. Wenn ich so an die Greifswalder Bibliothek denke, wo immer massig Platz war - spätestens mittags ist hier fast jeder Leseplatz besetzt.
Einziger Nachteil: die Holländer scheinen genau wie die Amis eine Klimaanlagenobsession zu haben und es ist in der Bib eiskalt. Angeblich ist das die ideale Temperatur zum lernen. Ich weiß ja nicht. Man schläft zwar nicht ein, aber wenn einem die Nase abfriert, ist das doch auch etwas kontraproduktiv, oder? Aber ich bin ja lernfähig, also habe ich, nachdem ich gestern gefroren habe, heute einfach einen Pulli mitgebracht.
Meine erste Vorlesung hatte ich heute auch, war aber noch nicht viel, nur nochmal eine kleine Einführung ins Programm. Gelernt habe ich nur, dass das akademische Viertel eine genuin deutsche Erfindung ist. Zm Glück war ich früh genug da.
So, jetzt muss ich mich mal an den Berg Kopien machen, den ich heute produziert habe und noch ein bisschen fleißig weiterlernen.

Saturday, September 02, 2006

Kaffee trinken

Heute war ich mit einem Grüppchen meiner Kommilitonen nochmal in Maastricht unterwegs, so konnten wir uns alle ein bisschen besser kennen lernen. Es ist super, dass man dann ganzen Tag Englisch miteinander spricht, selbst wenn man sich mit einem anderen Deutschen unterhält und eigentlich die Sprache wechseln könnte. Ich merke jetzt erst, wie sehr mir das Englische gefehlt hat. Der Tag war jedenfalls total lustig, wir haben erst nett Kaffee getrunken (direkt gegenüber unseres Instituts ist eins, ich glaube, die werden noch reich an uns werden) und sind dann durch die Stadt gezogen, weil wir gehört haben, dass auf der anderen Maasseite ein Fest stattfindet. Auf dem Weg sind wir noch an einer total süßen Hochzeitsgesellschaft vorbeigekommen, alle hatten Heliumballons, die sie, nachdem sie dem Brautpaar en Ständchen gesungen haben, fliegen haben lassen. Da es bestimmt 200 Stück waren, sah das total super aus. Nach einigem Suchen haben wir das Festival dann auch gefunden und es war ganz nett. Es gab Essen aus aller Herren Länder, ich habe zum ersten Mal Essen aus Ruanda probiert, so eine Art Teigtasche mit Fleisch und Soße - scharf, aber lecker.
Das Wetter spielt im Moment auch noch mit, es ist richtig warm.
Fotos folgen später, Theodora hat jede Menge gemacht, sie wollte sie allen rummailen.

Faszination der Technik

Den Rest des Tages habe ich dann damit verbracht, in unserem Uni-Intranet herumzuwühlen und ich muss sagen, ich bin begeistert. Das Ganze ist echt praktisch (natürlich auch für die Lehrkräfte, die uns mit massig Aufgaben bombardieren können und das nicht einmal die Woche, sondern 24/7) . Das Beste aber ist, dass man über dieses Netz an ganz viele Fachzeitschriftenartikel kommt, für die ich sonst in die Bibliothek laufen müsste, weil die Uni ein Abo hat. Sehr praktisch, erspart einem einiges an Kopierei und so weiter. Habe mir, fleißig wie ich bin, auch schon 2 Texte runtergeladen, die wir für die nächsten Wochen lesen müssen, einer stammt sogar von einem Menschen von der Uni Greifswald. Da soll doch einer sagen, meine kleine, gemütliche ehemalige Uni leistet nix! Von wegen! Die Texte werden sogar an der renommierten Uni Maastricht gelesen. Allerdings stammt der Artikel von 2001, soll heißen, vor meiner Zeit und ich kenne den Typen auch gar nicht. Macht aber nix. Hauptsache Greifswald, meine Alma Mater, kommt auch mal zu ehren (wobei mir einfällt, dass ich jetzt ja auch dem Almuniverein beitreten könnte. Hilfe, da kommt man sich ja richtig alt vor)
So, Schluss jetzt ich will noch ein bisschen lesen.

Friday, September 01, 2006

Mein erster Schultag

Naja, nicht ganz, aber mein erster als Master Student. Und was für einer. Heute morgen um 10 ging es los und ich muss sagen: Wow.
Erstmal ist das Institut total Klasse, mit einem Riesengarten drumherum, wo auch der Empfang war. Erstmal haben wir Kaffee und Kuchen bekommen, jeder ein Nametag (aber nicht die Billigen, aus Kreppband, die wir in Greifswald hatten - nein, solche Dinger zum Anklippen, wie sie immer ganz wichtige Manager auf Konferenzen haben) und eine Tüte mit allen möglichen Infos über unser Studium. Im Garten war dann auch so ein Riesenzelt aufgebaut mit Tischen, die super dekoriert waren, mit Rosenblüten, Fähnchen und allem drum und dran.
Dann haben natürlich viele wichtige Leute viele wichtige Reden gehalten und uns ganz viel Erfolg bei unserem Studium gewünscht - schnarch.
Danach bekam dann jeder Masterstudiengang nochmal eine gesonderte Information (an der Fakultät hier gibt es - glaube ich- 8 verschiedene Master) vom Chef des Ganzen. Unserer ist Belgier und scheint sehr nett zu sein (Nebenbemerkung: gut aussehen tut er auch noch, aber sowas sollte mich natürlich gar nicht interessieren, nein, ich bin natürlich nur an akademischen Qualifikationen interessiert. LOL).
Akademisch gesehen habe ich allerdings das Gefühl, dass so einiges auf uns zukommen wird, wir haben schon die ersten Aufgaben für nächsten Mittwoch bekommen und das ist nicht gerade wenig. Und dann sollen wir uns auch schonmal Gedanken machen, vorüber wie unsere Abschlusarbeit schreiben wollen! Hilfe, als ob ich daran auch nur einen Gedanken verschwendet habe bis jetzt!
Und dann, ihr werdet es kaum glauben, hat die Uni uns ein Mittagessen gesponsert, und zwar nicht irgendwelchen Mensafraß, nein einen richtigen Cateringservice hatten wir, mit Grills, auf denen das Fleisch frisch gegrillt wurde, frischen Salat etc. etc. Lecker, lecker. Das ist doch mal was anderes als die Erstiwoche an ner dt. Uni.
Als Abschluss gab es dann noch einen Stadtrundgang, damit wir auch alles Wichtige (sprich die Bücherei und die Mensa) finden und dann war mal wieder Bürokratie an der Reihe. Die Uni Maastricht hat ein sehr seltsames System, um an seine Unterlagen zu kommen, alles funktioniert per Internet. Man bestellt seine Kopien, kann sie dann im Copyshop abholen, da aber nicht bar bezahlen, sondern nur mit einer Wertkarte, die man natürlich auch wieder erst kaufen muss. Was das Ganze unheimlich kompliziert ist die Tatsache, dass es wohl ein paar Probleme mit den Studentenausweisen gab dieses Jahr, und die deshalb noch nicht rausgegangen sind. Und die Dinger braucht man überall. Wenn ich sage überall, dann meine ich das auch. Die Dinger sind Scheckkarten, mit denen man Zugang bekommt zur Bibliothek, den Schließfächern dort, diversen Unigebäuden etc. und die außerdem mit Geld aufgeladen als Kopier- und Mensakarte gelten. Außerdem sind sie natürlich der ultimative Ausweis. Also hat das Ganze etwas länger gedauert.
Was ich heute noch gelernt habe: an dieser Uni läuft alles, aber auch wirklich alles, über das Internet. Wir haben unseren eigenen e-mail account, dazu eine private Festplatte von 50MB auf dem Uniserver und eine Plattform namens ELEUM (electronic learning environment Uni Maastricht). Da findet man dann alle Informationen zu seinen Kursen, wie Listen mit Lesematerial, Hausaufgaben etc., kann sich für Prüfungen anmelden usw. Echt klasse, nur, man ist echt aufgeschmissen, wenn das Internet mal streikt.
Toll ist auch, dass in meinem Studiengang, Leute aus 20 verschiedenen Nationen sind, auch wenn es immer noch viel zu viele Deutsche für meinen Geschmack sind. Habe sogar schon eine Norwegerin getroffen, aber da man hier nur Englisch spricht, konnte ich mein tolles Norwegisch noch gar nicht ausprobieren.

So, ich glaube, das war es jetzt erstmall, ich habe wahrscheinlich die Hälfte vergessen, aber es waren heute einfach zu viele Informationen auf einmal. Ich werde am Wochenende mal versuchen, durch den Papierberg, den wir bekommen habe, durchzublicken.

Sarah