Thursday, May 31, 2007

Gipfelhysterie

In 2 Tagen ist es so weit, meine alte Heimat verwandelt sich in eine Hochsicherheitszone und alle werden hysterisch, besonders meine Lieblingsfeinde, die Weltverbesserer. Gucke gerade nette Reportagen mit attac Menschen, die sich beschweren, dass sie ja gar nicht an die Staatschefs dran kommen. Da fragt man sich warum denn bloss, wenn die genau im Satz vorher meinen, die Gewalt wäre ja notwändig und ginge gar nicht von ihnen, sondern von den Staatschefs aus (klar, ich sehe Bush schon vor, wie er mit Kampfanzug arme Demonstranten verprügelt). Ich verstehe nicht, wie man im Namen irgendeiner Sache den Sachschaden an Eigentum völlig unbeteiligter Leute rechtfertigen kann. Da war eine attac Schnepfe, die gefragt wurde, was sie denn davon hielte, dass in Heiligendamm bei den Anwohnern wohl erhebliche Sachschäden entstehen könnten, wenn die Demonstranten da aufdrehen. Antwort: "Na, und, ist ja nicht unsere Schuld, sondern die der Staatschefs." Ne, is klar.
Ich bin keinesfalls ein Fan von allem, was diese G-8 Gipfel verzapfen, aber noch weniger mag ich diese Weltverbesserer, die meinen, alles würde sofort besser werden, wenn man den "Kapitalismus zerschlagen" und morgen wieder den Sozialismus einführen würde. Da frage ich mich schon manchmal, wo die in den letzten 60 Jahren gewesen sind, um nicht mitzubekommen, dass das Experiment nicht unbedingt als erfolgreich zu bezeichnen war. Vermutlich in irgendeinem besetzten Haus, neue Plakate malen.

Anstatt vernünftig zu diskutieren, wird da nur auf Krawall und Opposition gesetzt. Ich meine, die wollen ja nicht mal zuhören, wenn man ihnen sagt, dass die Globalisierung auch ihr Gutes hat und das man sicherlich einiges verbessern, sie aber nicht abschaffen kann. Da frage ich mich dann, wie die auf die Idee kommen, die Staatschefs müssten ihnen unbedingt zuhören. Meinungsaustausch beruht auf Dialog, nicht auf dämlichen Sitzblockaden und ideologischen Postern mit viel Geschreien. Was ich vor allem zynisch finde: die meisten dieser attac Leuts sind wohlsituierte Kids die von Beruf nie was anderes als Sohn oder Tochter waren und im allgemeinen auch ganz gut von der Globalisierung profitieren. Da ist es dann leicht, erstmal laut "dagegen" zu schreien ohne auch nur eine Hirnzelle eingeschaltet zu haben. Ich würde mit diesen Leutena uch nicht reden, weil die einfach nur verbohrt sind, das ist genauso schlimm wie fundamentalistische Christen, da kommst du mit Argumenten nicht ran. Warum sollte man da als Staatschef seine Zeit mit verschwenden? Diese Leute haben genau das Schwarz-Weiß denken, dass sie den Staatschefs vorwerfen.

So, und jetzt packe ich meinen Zynismus wieder ein, sammle meine Sachen zusammen und hoffe, dass ich morgen ohen größere Schwierigkeiten über die Grenze komme, die wollen sie nämlcih auch dicht machen, weil - Globalisierung sei Dank - Demonstranten aus der ganzen Welt anreisen wollen.

Tuesday, May 29, 2007

Mea Culpa und so

Asche über mein Haupt, ich habe mein Blog ja sträflich vernachlässigt, seit fast 2 Wochen keinen Eintrag mehr, allerdings muss ich auch zugeben, dass sich nicht viel ereignet hat.

Ich habe meinen Entwurf für die Thesis von meinem Prof wieder bekommen, mit ner Menge hilfreicher Hinweise, die ich jetzt eingearbeitet habe und ich hoffe, in 10 Tagen mit dem Mist durch zu sein. Das Ding ist zwar immer noch zu lang, aber damit muss ich dann leben, ich habe schon ein ganzes Kapitel rausgeworfen, mehr will ich jetzt einfach nicht kürzen.

Ansonsten schicke ich wieder fleissig Bewerbungen los, allerdings habe ich das Gefühl, dass die meistendieser netten Internetbewerbungen, obwohl sie ja ganz praktisch sind, irgendwo im Nirvana landen, selbst wenn der Bildschirm "Vielen Dank für die Übermittlung ihrer Bewerbung" anzeigt. Jedenfalls hört man von den meisten nie wieder was. Mindestens ne Absage wäre doch nett. Naja, aber trotzdem habe ich es geschafft, am nächsten Montag mein erstes Vorstellungsgespräch zu ergattern, das ich vermutlich vollkommen vergeigen werde, aber gut, dann kann ich das unter Übung abhaken. Daumen drücken sollt ihr natürlich trotzdem, toll wäre die Stelle nämlich trotzdem.

Letzte Woche habe ich dann endlich einen Reiseführer über Washington ergattert und kann mich jetzt noch mehr auf meine Sommerferien freuen. Über das Personal in Buchhanlungen hätte ich mich dabei aber mal wieder aufregen können: Erst fummelte die Frau 10 Minuten mit dem Computer herum, bis sie die richtige Suchmaschine findet, dann will sie mir weissmachen, dass es keine Reiseführer von Washington gibt, sondern nur von der Nordwestküste der USA. Als ich der Dame daraufhin erklärte, dass es einen Unterschied gibt zwischen dem Staat Washington und der Hauptstadt der USA, die den gleichen Namen trägt, allerdings mit einem D.C. dahinter (was ich erwähnt hatte), war diese erstmal komplett verblüfft: "Nein, wirklich?" Ja wirklich, aber was solls, ich habe ihn ja bekommen, wenn auch auf den Namen meiner Schwester bestellt weil sie auch nicht wusste, wie man neue Namen in die Bestellmaske eingibt und meine Schwester noch im Speicher war, weil die da öfter bestellt.

Dann habe ich meine Woche zu Hause mal wieder dazu genutzt, mich mit Angela, einer meiner besten Schulfreundinnen zu treffen. Obwohl ich jetzt in Maastricht wohne, schaffen wir es noch seltener, als zu meinen Greifswaldzeiten, uns zu treffen. Schon komisch. Am Sonntag hat dann Denise, meine England-Schüleraustausch Gefährtin und ebenfalls sehr gute Freundin in ihren Geburtstag reingefeiert. Es war supernett und ich hatte auch endlich mal Gelegenheit, ihre neue Wohnung zu sehen (in der sie ja auch erst seit 2 Jahren wohnt). Sie ist jetzt auch schon fast ein ganz fertiger Doktor. Kinder wie die Zeit vergeht.
Für die Party hatte sie eine sehr coole Idee: sie hat eine Riesenleinwand gekauft und wir durften alle was raufmalen, war echt lustig, am Anfnag hat sich keiner so richtig getraut, aber am Ende war das Riesending voll.

So, die nächsten Tage werde ich dann mal wieder fleissig an meiner Thesis arbeiten, aber ich lasse mich antürlich immer gern durch mails etc. ablenken.

Friday, May 18, 2007

Erster Entwurf fertig!

Ich habe es tatsächlich geschafft. Nach vielen Haareraufen, sinnlos im Internet herumsurfen zum Ablenken, massig Schokolade und literweise Tee steht jetzt tatsächlich ein erster Entwurf meiner Thesis (und ist schon 500 Worte zu lang :-( ). Habe ihn gerade mal an meinen Prof geschickt, er hat gesagt, er guckt sch das Ganze nächste Woche mal an. Sehr schön, dann weiß ich wenigstens, dass ich nicht kompletten Schrott abgeben werde.

Natürlich suche ich auch wieder fleissige Korrektur- oder auch einfach nur Drüberleser, die mir sagen können, ob die 35 Seiten, die ich da verzapft habe, auch nur einigermaßen sinnvoll sind. Also ihr Lieben: meldet euch zahlreich bei mir. Ich maile euch die Arbeit dann zu.

So, und jetzt gehe ich erstmal eine laaaaaaaaaaange Dusche nehmen, mich entspannen. Badewannee haben wir hier ja leider nicht (schon komisch, in HGW hatte ich eine und war in den 3 Jahren ein einziges Mal baden, hier habe ich keine und hätte öfter gerne eine).

Wednesday, May 16, 2007

Man soll ja nicht schlecht über Tote reden...aber...

Endlich mal gute Nachrichten ausgegraben bei meinen Streifzügen über die Nachrichtenseite: Jerry Falwell, einer der einflussreichsten Prediger der Christlichen Rechten mit Ansichten, die geradewegs aus dem Mittelalter kamen ist tot. Dumm das ich nicht an die Hölle glaube, sonst wäre ich jetzt sicher, dass er da gelandet wäre.
Eigentlich wären seine Ansichten ja lustig gewesen, wenn der Mann nicht soviel Einfluss gehabt hätte, besonders auf die Bushregierung. Manchmal fragt man sich echt, wie denkende Leute glauben können, was er sagt und behauptet. Auszüge:
der lila TellyTubby (TinkyWinky?) mit der Handtasche ist eine Unterwanderung des Kinderfernsehens durch die Homosexuellenbewegung - also bloss nicht Kinder TellyTubbys gucken lassen, die stecken sich sonst an.
der 11. September ist die Strafe Amerikas dafür, dass sie Homosexuelle nicht auf dem Scheiterhaufen verbrennen und Abtreibung zulassen und überhaupt diese ganzen liberalen Sachen
AIDS ist die Strafe der Homosexuellen für ihre Sünden und die bösen Homosexuellen verbreiten AIDS absichtlich an die guten Heteros weil sie ja die Agenten Satans sind
Amerika muss unbedingt auf Israels Seite stehen und die ganzn bösen Palästinenser umbringen oder zumindest da wegjagen, weil nämlich Gott nur wiederkehren kann, wenn Israel in seine biblischen Grenzen zurückgebracht wird
usw. usw...

Was ich allerdings sehr lustig fand, ist, dass ich gerade ein Interview mit ihm gesehen hatte, wo er sagte, er hätte dafür gebetet, noch 15 Jahre von Gott zu bekommen. War wohl nix - vielleicht mag Gott ihn ja doch nicht so sehr.

Ok, ich wollte eigentlich Thesis schreiben, aber das musste ich gerade mal loswerden. One down, many many more to go.

Update

Ok, schon eine Woche nichts neues mehr, dass muss sich ändern, allerdings kann ich euch nur die Kurzfassung geben, zu viel zu tun. Ich bin mittlerweile wieder in Maastricht und schreibe weiter an meiner Thesis, gestern war ich allerdings total stuck, hoffe, es geht heute besser.

Wie war der Rest meiner Woche in Deutschland?
Ich war noch mit meiner Family lecker italienisch essen, weil mein Paps Geburtstag hatte und uns eingeladen hat. Eigentlich wollten wir BBQ machen, aber da das Wetter nicht mitspielte, musste das ausfallen.
Dann war Grand Prix, aber ohne meine Mädelsrunde aus Greifswald ist das ja gar nicht lustig zu gucken.. Obwohl die ganz Empörung danach, weil die Ostblockländer sich die Punkte angeblich zuschieben doch sehr lustig war - aber dafür hätte ich nun wirklich nicht Samstag Abend 4 Stunden TV schauen müssen.
Sonntag war AuPair Treffen, sehr nett und toll mal wieder über mein Jahr in Amerika plaudern zu könnnen, ohne das alle gleich wieder die Augen verdrehen und "Schon wieder" stöhnen. ;-) Aber man bekommt wieder richtig Heimweh und Fernweh. Und es ist toll, di eganze Aufregung der zukünftigen mitzuerleben, das würde ich auch gerne nochmal haben. Das warten auf die Gastfamilie, dann den Abflug und die Spannung, wie mein Leben in den USA wohl sein wird. Naja, hilft ja nichts, man darf ja nicht nochmal.
Montag bin ich dann abends mit Laura, meiner Mitbewohnerin die ein Auto hatte, zurück gefahren.

Gestern hat Brita dann ihren Geburtstag gefeiert, in kleiner Runde aber es war superlustig. Ich glaube, wir waren die UN in Miniformat: eine Holländerin, eine Marokkanerin (gut, mit holländischem Pass), eine Polin, eine Chinesin, eine Ukrainerin und nagut, 2 Deutsche. Brita hatte lecker belgischen Schokokuchen aus Brüssel mitgbracht und wir haben uns einfach nur den Abend über nett unterhalten.

Jetzt geht es weiter mit meiner thesis, dummerweise habe ich nömlich den Fehler gemacht, meinem Prof zu versprechen, ihm zum Wochenende eine erste Version zu schicken.

Wednesday, May 09, 2007

Augenärzte und Douglastanten

Wie habe ich heute meinen Vormittag verbracht:

1. Augenarzt
Nach 2 Jahren und der Feststellung, das meine Augen in letzter Zeit doch nicht so das Wahre mehr sind, habe ich mich dann doch mal wieder zum Augenarzt begeben. Ist ja eigentlich einer der Ärzte bei denen man sicher sein kann, dass es nicht weh tut, was aber nervt ist, dass der Mann absolut keine Termine planen kann (oder auch seine Sprechstundenhilfe nicht) und man immer mindestens 3 Stunden einplanen muss. Aber das scheint ein genereller Augenarzttrend zu sein, bei 2 anderen, die ich ausprobiert habe, weil es mir irgendwann auf den Nerv ging, war es auch nicht besser. Jedenfalls hatte ich heuet um 9:30 Termin, um 12 war ich da wieder raus, nachdem ich ca. 90 Minuten gewartet habe, 30 Minuten Zahlenreihen vorgelesen, weitere 30 damit verbracht habe, irgendwelche Lichtpunkte zu sehen und den Rest der Zeit von mir in die Augen scheindendem Licht geblendet wurde. Ende vom Lied: ich brauche eine neue Brille, sehr schön, wieder Geld weg. Nebenbei habe ich noch erfahren, dass mein ehemaliger Lehrer, der den bilingualen Zweig an meiner Schule immer noch leitet, den Artikel, den ich mal für die Schuljubiläumszeitung über den bilingulalen Zweig geschrieben habe, mittlerweile in seinen Infobroschüren für die Schule verwendet - der Sohnemann meines Augenarztes fängt da nämlich jetzt auch an. Ich sollte gleich mal Tantiemen verlangen.

2. Douglastanten
Da ich wegen dem Zeug, dass mir der nette Arzt immer in die Augen kippt, um weiß Gott was zu messen, nicht mit dem Auto in die Stadt gefahren bin, hatte ich nach dem Termin noch etwas Zeit bis der nächste Zug fuhr und dachte mir, ich könnte mal wieder neues MakeUp kaufen. Dazu muss man wissen, dass ich so gut wie kein MakeUp trage, erstens, weil ich viel zu faul bin, morgens 30 Minuten früher aufzustehen und zweitens, weil ich so ziemlich gegen alles, was man sich ins Gesicht schmieren kann, furchtbar allergisch bin und spätestens nach 30 Minuten aussehe als hätte ich die Pocken. Aber irgendwann hab ich mal ein MakeUp von Jade entdeckt, dass funktionierte. Also wusste ich ja eigentlich was ich wollte, aber bei Douglas kann man sich ja keine 2 Meter in den Laden hineinbewegen, ohne gleich von drei Verkäuferinnen mit Betonmakeup und Parfumwolke umringt zu sein - aber gut, ich wollte ja was, also habe ich sie gebeten, mir doch zu erklären, wo in diesem Laden die Ecke mit dem Jadezeug sei. Reaktion: entsetzter Blick und "Jade?? Mindere Qualität führen wir hier nicht!" Aber Sie können ja mal Marke XYZ die Tube 60 Euro probieren, das ist sehr gut und hat auch noch Pflegestoffe A, B und Z." Ich (man ist ja höflich und ich muss ihr ja auch nicht auf die Nase binden, dass ich nie im Leben so viel Geld für MakeUp aus dem Fenster werfen würde): "Nein danke, leider reagiere ich auf sehr viel allergisch, und bei Jade weiß ich zumindest, dass ich es vertrage." Verkäuferin: "Ja, das sieht man, ihre Haut ist ja auch ganz gerötet, (man beachte: ich hatte heute keinerlei MakeUp im Gesicht, da ich bei den Augenarzttropfen eh immer heule wie blöde, außerdem regnete es in Strömen), haben sie denn schonmal die Produkte von Clinique getestet (die noch teurer sind als die, sie sie mir vorher andrehen wollte)?" Da habe ich mich dann mit einem freundlichen nein danke verabschiedet. Ich mag Douglas einfach nicht! Bin auch nur rein, weil ic noch nen Gutschein hatte, und jetzt muss ich immer noch sehen, wie ich den loswerde.

Tuesday, May 08, 2007

Heul!!!

Ich habe zuviel Zaug für meine Masterthesis. Nachdem ich gestern meine Notizen in eine erste Ordnung gebracht habe, soll heißen, ich habe sie grob nach Kapiteln geordnet, tolle Zitate gelb angestrichen und alles zur Seite gepackt, was meine These kaputt machen könnte (man soll sich die Welt ja nicht von Fakten versauen lassen, oder ;-)), und wild erste Ideen in Kapitel getippt habe, wollte ich heute anfangen, meine Einleitung zu schreiben und musste feststellen, dass, wenn ich alles, was ich in der Einleitung als wichtig erwähne, auch tatsächlich abhandele ungefähr 200 Seiten brauchen werde - wir haben höchstens 40. Hmmpf! Ich will aber nichts kürzen, ich finde das alles wichtig.

Außerdem habe ich massig Begriffe und Dinge, für deren Gerbauch ich mich erstmal ausgiebig rechtfertigen oder die ich definieren muss, allein auf die erste Seite meiner Einleitug hab ich 4 Fußnoten gequetscht (bis jetzt habe ich definiert: was ich unter Frieden verstehe, warum es "Krieg" und nicht "humanitäre Intervention" heißen muss; näher erläutert, warum das Prinzip der Souveränität heute nicht mehr absolut angesehen wird und einen kleineren Exkurs über Toleranz eingeschoben). Wenn das so weitergeht, besteht meine Arbeit am Ende zu 2/3 aus Fußnoten.

Hilfe, anyone?

Monday, May 07, 2007

2 Monate Masterthesis ab heute

Warum gehen Wochenenden eigentlich immer so rasend schnell rum, vor allem, wenn es welche sind, an denen man mal nichts machen muss? Wie auch immer, ich habe es jedenfalls mit ausgibigem Nichtstun verbracht Außerdem habe ich, nach gefühlten 10 Stunden frustriertem abwechselnden Herumhacken auf PC Tastatur und winzigen Playerknöpfen, meinen neuen mp3-Player dazu gebracht, mit mir zu kooperieren. Dank der Tatsache, dass es kein IPod ist, musste ich außerdem meine gesamte Musikbibliothek von Itunes in den Mediaplayer übertragen und alles umorganisieren. Aber jetzt habe ich es geschafft und er spielt fleissig Musik, Audiobooks und sogar Videos. Wundervoll, wenn ich jetzt noch rausfinde, wie ich Podcast Videos, die anscheinend in einem so beschuerten Format gepeichert werden, dass mein Player sie nicht erkennt, umformatiere, bin ich ein glücklicher Mensch.

Aber das hat eigentlich auch Zeit, denn ab heute hat ja Projekt Masterarbeit ernsthaft begonnen. Von heute bis zum 27. Juni haben wir keine Uni mehr, sondern 24 Stunden am Tag Zeit, im Schweiße unseres Angesichts 12.000 bis 15.000 sinnvolle Worte zu einem Thema unserer Wahl zu Papier zu bringen. Die ersten 1000 habe ich gleich geschafft, allerdings natürlich in meiner typisch chaotischen Arbeitsweise mit Springen von Kapitel zu Kapitel, wo mir eben gerade was einfällt (im Moment wurstele ich in 3 verschiedenen herum). Kann mir mal einer sagen, wie man organisiert und von vorne nach hinten eine Arbeit schreibt? Konnte ich noch nie.

Dann habe ich heute noch meinen Reisepass abgeholt und bin jetzt offiziell im Besitz aller notwendigen Dokumente, um im Sommer in die USA einzureisen. Bah, dieses Verbrecherfoto, und meinen alten Pass haben sie auch kaputt gemacht (Ecken abgeschnitten), weil ich ihn wegen dem Visum und den ganzen Stempeln gerne behalten wollte. "Um deutlich zu machen, dass er ungültig ist" - gut, man kann ja auch nicht davon ausgehen, dass Zollbeamte lesen können und erkennen, dass der Pass seit 3 Jahren abgelaufen ist. ;-)

Friday, May 04, 2007

Unikram

Jetzt habe ich sie also hinter mir, die letzte Uniwoche meines Lebens (wahrscheinlich). Drei Püfungen hatte ich allerdings in dieser Woche noch zu überstehen, ich denke, alle sind einigermaßen gelaufen. Ich muss sagen, die Klausur heute war mit Abstand die Schwerste, die ich in den 8 Monaten in Maastricht geschrieben habe. Ich habe tatsächlich zum ersten Mal länger nachdenken müssen, um die Fragen zu beantworten und auch fast die ganzen 3 Stunden gebraucht, sonst war ich immer nach spätestens 2 fertig. Man hat gemerkt, dass die Koordinatorin für dieses Modul neu war und noch Ansprüche hatte (auch daran, dass, zum ersten Mal seit unserer allerersten Klausur wieder streng Studentenausweise und Immatrikulationsbescheinigungen kontrolliert wurden, die Tische weiiiiit auseinanderstanden und unsere Taschen wieder in die Ecken verbannt wurden). Ich hatte auch das Gefühl, dass diese Klausur offener war als alle anderen, bei keiner Antwort gab es meiner Meinung nach eine einzige korrekte Antwort - was soviel heißt, dass ich entweder eine gute Klausur geschrieben oder den absoluten Schrott produziert habe.

Wir haen gestern auch endlich die Noten für unseren letzten Block erhalten udn ich kann es ja gar nicht glauben, ich habe 8,5 Punkte - und das in dem Block, der für mich der absolute Horror war (Wirtschaft). Wahrscheinlich lag es daran, dass ich vor lauter Pabik gelernt habe wie bescheuert für die Klausur, aber mein paper kann auch nicht allzu schlecht gewesen sein. Jetzt bin ich wieder einen Schritt näher an meinem "cum laude" Abschluss.

Ab Montag geht es dann weiter mit meiner Thesis, im Moment fürchte ich ja noch, dass ich mich mit dem Thema etwas übernommen habe, aber wir werden sehen. Jetzt habe ich allerdings erst mal Wochenende und werde gar nichts tun!!!

Monday, April 30, 2007

Meine allerletzte Uniwoche - meine unvollständige Maastrichtbilanz

Jetzt ist sie also angebrochen: meine letzte Uniwoche hier in Maastricht. Himmel, das ging ganz schön schnell - wenn ich so in meinem Blog zurückblättere, kommt es mir fast wie gestern vor, dass ich hierhergezogen bin und gerade anfing, mich mit diesem neuen Unisystem anzufreunden. Seit 8 Monaten bin ich jetzt hier, zwei werde ich noch bleiben, um meine Masterarbeit zu schreiben und wo es mich dann hinverschlägt kommt drauf an, wer glaubt, einen Politikwissenschaftler brauchen zu können.

Was habe ich also gelernt in dieser Zeit
  • dass unser Studium in Deutschland bzw. das in Greifswald anscheinend qualitativ gar nicht so schlecht ist sondern dass man mir sogar eine sehr gute Grundausbildung mitgegeben hat
  • dass man tatsächlich drei Jahre Politikwissenschaften studieren kann, ohne jemals gehört zu haben, dass es Theorien gibt oder dass man eine Forschungsfrage braucht
  • dass es sich durchaus lohnen kann, sich mal näher mit Dingen zu befassen, um die ich in Greifswald dank Auswahlmöglichkeiten einen großen Bogen gemacht habe (Wirtschaft...)
  • dass es tatsächlich viele viele Dozenten und Professoren gibt, denen das Lehren und der Umgang mit Studenten jede Menge Spaß macht und es sogar als ihre Hauptaufgabe ansehen
  • dass es Spaß macht, mit Leuten aus 18 Ländern zu studieren, weil man ganz neue Perspektiven eröffnet bekommt, aber auch sehr nervig und anstrengend sein kann
  • dass Gruppenarbeit in den Niederlanden als nonplusultra gilt und wir damit gaaanz viel soziale Kompetenz erwerben (und Frustrationstoleranz ;-) )
  • aber vor allem: dass ich in Greifswald immer noch die allerbesten Freunde gefunden habe. Maastricht war toll, aber Greifswld war 1000mal besser. Ich vermisse euch alle und muss sagen dass der alte Greifsald Spruch stimmt: Man weint immer zweimal: einmal, wenn man nach Greifswald kommt, und einmal, wenn man wieder gehen muss. Naja, vielleicht schaffe ich es ja doch mal wieder zurück in unser Kaff!

Thursday, April 26, 2007

Sch... Mückenviecher

Sommer könnte so schön sein, wenn es diese Landplagen nicht geben würde. Ich werde nie nie mehr mit offenem Fenster schlafen, bin heute morgen aufgewacht und sehe immer noch aus, als hätte ich die Beulenpest, mindestens 30 Mückenstiche an den Armen am Hals - und ganz schlimm - im Gesicht. Einfach furchtbar. So schlimm war es echt noch nie, ich denke mal, das kommt daher, weil hinter unserem Haus ein Pferdestall is, da fühlen sich die Mückenviecher ja so richtig wohl. Und jetzt juckt das Ganze natürlich auch wie die Pest und meine Haut hat sich auch noch entschlossen, Systral Gel nicht mehr zu mögen. Warum müssen die mich auch alle auf einemal stechen zum Henker??

Tuesday, April 24, 2007

Final Countdown

Heute hatte ich meine allerletzte Vorlesung ever. Noch 2 Seminare und ich werde wahrscheinlich nie wieder einen Hörsaal von innen sehen (jedenfalls nicht als Studentin). Diese letzte Vorlesung war auch sehr witzig, da der gute Professor komplett verschusselt hatte, dass er uns vor einer Woche schon mal was erzählt hatte, sich noch mal in allen Details vorstelle und voller Überzeugung anfing, die Vorlesung von letzter Woche 1:1 noch mal zu halten, bis wir ihn dann doch mal darauf aufmerksam machten, dass wir das schon kennen. Lol.

Aber es sieht so aus, als ginge meine Unikarriere jetzt tatsächlich allmählich und ernsthaft zu Ende. :-(

Monday, April 23, 2007

Ein paar Fotos aus Brüssel

Hier also mal ein paar Fotos, die während unseres Klassenausfluges entstanden sind:

Während unserer ersten Mittagspause im Park im Sablon Viertel (ich, Brita aus Belgien, Suzanne aus de Niederlanden und Eva aus Ungarn):


Bei Brita im Pool: Brita, Orsi (aus Ungarn) und ich. Und ja, ich weiß, der Bikini ist bescheuert, der war ursprünglich für eine Party am 4th of July gedacht und auch unerfindlichen Gründen ist es der Einzige, den ich hier in Maastricht hatte und so kurzfristig mitnehmen konnte). Das Wasser war ganz schon kalt um 7 Uhr abends, aber nach einem Tag voller rumgehetze tat es dann doch richtig gut, wenn man einmal drin war.

Sunday, April 22, 2007

Fortschritte erkennbar

Hallelujah!!!

Bin gerade mit dem allerletzten Text, der auf meiner Leseliste für die Thesis stand, fertig geworden, habe jetzt eine sechsseitige Literaturliste und insgesamt 128 Seiten Notizen (für eine Arbeit, die ca. 50 umfassen soll, ich übertreibe mal wieder fürchte ich). Vielleicht sollte ich doch gleich mit der Doktorabeit anfangen. aber wie auch immer: auf jeden Fall fühle ich mich jetzt so, als wäre ich nen großen Schritt weiter, da ich das Ding jetzt "nur" noch schreiben muss.
Morgen gehe ich erstmal in die Bib und jage die Dinger durch den Drucker und dann sehen wir weiter.

Saturday, April 21, 2007

Nachrichten, die die Welt nicht braucht

Muss ich nur mal gerade loswerden:

Papst erklärt "Vorhölle" für überholt

Nach jahrelanger Debatte hat der Vatikan die traditionelle katholische Vorstellung einer "Vorhölle" für ungetaufte tote Kinder offiziell für überholt erklärt. "Der Ausschluss von unschuldigen Kindern aus dem Paradies widerspricht der besonderen Liebe Christus' für die Kleinen", heißt es in dem Bericht der Internationalen Theologischen Kommission (ITK), der von Papst Benedikt XVI. gebilligt wurde.

Der Papst habe sich unter anderem wegen der weltweit hohen Zahl der Abtreibungen zu diesem Schritt entschlossen. Zudem würden immer mehr Kinder nicht getauft.

Der Papst hatte die Vorhölle bereits vor einem Jahr als "nur eine theologische Hypothese" bezeichnet und empfohlen, den Glauben daran abzulehnen. Die ITK hatte sich seit November 2005 mit dieser Frage befasst. Vor seiner Ernennung zum Papst war Joseph Ratzinger zwei Jahre lang deren Vorsitzender.

Die aus dem Mittelalter stammende Überlieferung des "Limbus infantium" besagt, dass Kinder, die ungetauft gestorben sind, nicht in den Himmel kommen. Sie seien dann nämlich nicht von der Erbsünde befreit. Theologen lehrten lange Zeit, dass diese Kinder im so genannten Limbus einen ewigen Zustand natürlicher Glückseligkeit genießen - allerdings ohne Gemeinschaft mit Gott. Die Tradition wurde allerdings nie zur offiziellen Doktrin der katholischen Kirche.

Quelle: Tagesschau.de

Looooooooooooool. Und dafür muss man nun Jahre debattieren??? Ich weiß schon, warum ich nicht katholisch bin. Ok, zurück an die Arbeit.

Wednesday, April 18, 2007

3 Tage Brüssel und das Wochenende davor

Wochenende

Dieses Wochenende bin ich (schon wieder) nach Hause gefahren, da meine Oma ihren 80. Geburtstag gefeiert hat und ich als einzige von meinen Geschwistern kommen konnte und zumindest einer von uns da auftauhen sollte. Also habe ich Freitag 3 Stunden in öffentlichen Verkehrsmitteln und Samstag und Sonntag je ca. 3 Stunden im Auto verbracht, um mit gesammelter Verwandtschaft 5 Stunden lang zu essen. Gefühlt war ich die Einzige zwischen 20 und 50 (es liefen noch ne Reihe Kids rum aus der Nachbarschaft, aber keine über 13)und die Hälfte der Leute hatte ich noch nie gesehen - obwohl die mich alle zu kennen schienen. Konnte mich vor lauter "Ach ja, Sarah, du bist aber groß geworden!" gar nicht retten, während mir eher durch den Kopf schoß: "Wer zum Henker seit ihr??? Und wie zum Teufel bin ich mit euch verwandt???" Aber zumindest hat mich ausnahmsweise mal niemand gefragt, warum ich a. noch nicht verheiratet bin, b. ich noch keine Kinder habe und c. wozu ich überhaupt studiere, da man als zu intelligente Frau ja die Männer abschreckt, was eine deutliche Verbesserung gegenüber dem letzten Familientreffen darstellt. Am Sonntag nach dem Frühstück ging es dann auch schon zurück nach Hause, was für mich hieß Maastricht, da es ja am Montag schon weiter gehen sollte nach Brüssel zum "study trip".


Brüssel - Tag 1

Morgens um 8 gings los und es liess sich staumäßig ganz gut an, bis wir in die Nähe von Brüssel kamen, da praktischerweise die belgische Bahn beschlossen hatte, zu streiken und so alle, die normalerweise mit dem Zug nach Brüssel fahren, sich in ihr Auto gesetzt hatten. Klasse. Wir kamen aber trotzdem noch rechtzeitig zu unserem Termin bei einem Menschen vom belgischen Außenministerium, der vorher im COPS (tolles Akronym, oder? Steht für: Comité de politique et de sécurité - Kommittee für Politik und Sicherheit, für alle des Französischen nicht mächtigen, Teil der EU Außen- und Sicherheitspolitik) gearbeitet hat und uns noch einmal über diese eben nicht besonders existente EU Außen- und Sicherheitspolitik und die EU Beziehung zur NATO aufklären sollte. War eigentlich sehr interessant, allerdings etwas langatmig, so dass ein Großteil unserer Mittagspause draufging. Nachdem wir gerade gut 2 Stunden in einem fensterlosen Konferenzraum verbracht hatten und draußen das schönste Wetter war, waren wir darüber nicht eben begeistert, aber es half ja nichts, wir hatten einen Termin bei der NATO und da das Sicherheitsparanoiker sind, mussten wir da pünktlich antreten, um alle Auweise vorzuzeigen, durch Metalldetektoren zu laufen und uns "Visitor" Schildchen anzupinnen, damit auch ja keiner abhanden kommt und Gott verhüte irgendwo hinwandert, wo er nicht hingehört. Wohin wir dann am Ende wanderten war ein weiterer fensterloser Raum, in dem uns NATO Menschen erklärten, dass sie noch immer unersetzbar sind und die EU sich mal nicht so anstellen soll. Allgemein hatte ich in dem Laden das gefühl, dass nicht nur die Architektur in den Zeiten des Kalten Kriges stecken geblieben ist, aber immerhin gabs NATO Kugelschreiber, NATO Mints und ein NATO Propagandavideo gratis (unsere Steuergelder bei der Arbeit) und wer wollte, hätte auch einen Bademantel mit NATO Emblem käuflich erwerben können - wollte ich immer schon haben ;-). Für die geschätzen 3 Kilometer von NATO zum Grand Place, wo unser Hotel sich befand, haben wir dann dank des berühmten Brüsseler Verkehrs eine Stunde gebraucht, so dass wir erst gegen 6 Uhr abends einchecken konnten. Das Hotel war nichts besonders, aber OK und vor allem für uns umsonst, wer will sich also beschweren - und außerdem war für diesen Tag das Programm endlich beendet, so dass wir uns auf dem Weg zu Britas Eltern machen konnten, die im Besitz eines Pools im Garten sind - herrlich nach diesem Tag, auch wenn es dann um 7 Uhr doch etwas frisch war. Aber was uns nicht tötet, härtet uns ab.
Danach haben wir dann noch in einem kleinen Restaurant lecker Abend gegessen und sind dann noch in ein irisches Pub gegangen, wo dann für mich der ungemütliche Teil des Abends anfing, da ich nunmal den Reiz des sich möglichst schnell Betrinkens und bis 4 Uhr morgens wachbleiben nicht erkenne und mich auch nicht unbedingt auf dem Niveau von Besoffenen unterhalten möchte. Also habe ich mich so gegen Mitternacht ins Hotel verzogen, wo Schaf alerdings auch eine Illusion war, da dauernd irgendwo Türen gingen und Leute auf dem Flur herumschrien. Erstaunlicherweise war ich am Morgen aber doch einigermaßen ausgeschlafen.


Brüssel - Tag 2

Heute standen morgens zwei Lobbyisten auf unserem Plan, die wir aber nicht in ihren Firmen, sondern in den Räumen einer Wirtschaftsschule getroffen haben (Lektion 1: für Studenten geben Lobbyisten kein Geld aus oder stellen ihre teuren Konferenzräume zur Verfügung, das brauchen sie für die Politiker). Das war für mich eigentlich der interessanteste Teil des ganzen Trips, weil es mich echt erstaunt hat, wie sehr sich die Wahrnehmung dieser Leute verschiebt. Beide waren komplett überzeugt, dass sie mit ihrer Arbeit der Demokratie einen großen Dienst erweisen, weil sie die armen überlasteten Politiker mit neutralen und objektiven Informationen versorgen und so für eine effektive Arbeit der EU sorgen. Sicher doch.
Das Nachmittagsprogramm (EU Parlamentarier plus Assistent) hab ich mir dann geschenkt (mit Einverständnis natürlich) um meiner Gastfamilie mal wieder einen Besuch abzustatten. Ich muss sagen, das war fast der beste Teil am ganzen Trip. Ich habe meine Mädels von der Schule abgeholt ohne dass sie es vorher wussten, und was gibt es schöneres, als 2 strahlende Kids, die über den ganzen Schulhof brüllen "Saaaarah" und auf dich zugerannt kommen und dich gar nicht mehr loslassen wollen??? Ich liebe meine Mädels. Dann sind wir zur Feier des Tages noch ein Eis essen gegangen (Privileg der besuchenden Nanny: sie darf die Kinder ungestraft verwöhnen) und wieder 2 vollkommen glückliche Kids, die verzückt an ihrem Vanilleeis mit bunten Streuseln leckten. Ich konnte mich gar nicht satt sehen an den Beiden. Meine arme Delphine hat aber leider einen bösen Husten, irgendeine Allergie, aber kein Arzt weiß, was es ist, echt furchtbar, das Kind ist nur am Luft schnappen.
Der Abend mit Mireille war dann auch toll (JP war leider auf Geschäftsreise), wir haben noch ewig gequatscht und natürlich lecker gegessen. Das wird richtig seltsam, wenn sie nach Zürich ziehen und ich nicht mehr so einfach mal für ein paar Tage vorbeikommen kann (außer es verschlägt mich vielleicht auch in die Gegend).

Brüssel - Tag 3
Natürlich war frühes Aufstehen angesagt, die Mädchen mussten zur Schule und Mireille zur Arbeit, aber erstanlicherweise machte mir das nichts aus. Der Morgen war wie immer chaotisch, aber wir haben es rechtzeitig zur Schule geschafft und es ist mir wieder mal sehr schwer gefallen, die beiden gehen zu lassen. Dann bin ich mit Mireille in die Stadt gefahren (Rushhour in Brüssel, grausam, wenn ich das jeden Tag hätte, würde ich wahnsinnig werden), hatte dann noch eine halbe Stunde, bis ich mich mit Brita getroffen habe, um den Zug zurück nach Maastricht zu nehmen. Hier hat mich jetzt der Alltag wieder und ich muss sagen, das fällt mir richtig schwer. Aber ich werde mich schon einfinden.

Thursday, April 12, 2007

Videonight

Gestern abend habe ich mich mal wieder mit Brita getroffen, um endlich mal Music and Lyrics zu gucken, was wir während des letzten Moduls einfcah nicht geschafft haben vor lauter Leserei und dämliche Paper Geschreibe.

Und da in den letzten Wochen in Maastricht ein Dominos Pizza Place aufgemacht hat, haben wir uns vorher noch lecker lecker Pizza geholt. Soooo gut - kann es gar nicht erwarten, das in Amerika wieder öfter zu essen, abwechselnd mit dem ganzen anderen guten FastFood Mist von Chipotle, JambaJuice und den ganzen Chinamännern natürlich. ;-) Ich hatte eine mit Creme Fraiche und Schinken - hmmmmmmh.

Zum Film: ganz nett, aber es plätschert so vor sich hin. Eine wirkliche Handlung ist nicht zu erkennen und das Ende ist von Anfang an klar, aber darum geht es ja auch nicht, wenn Hugh Grant mitspielt. Das Einzige, was sehr lustig war, war die Parodie auf die Britney Spears dieser Welt, sehr genau getroffen, muss ich sagen.

Morgen geht's nach Hause, Familienfeier- passt mir gerade nicht so in den Zeitplan, weil ich sooo viel für die Uni tun muss, aber was will man machen.

Wednesday, April 11, 2007

Better know a country: Königlicher Nachwuchs

Heute habe ich von Brita, die Holländerin ist, wieder eine neue holländische Tradition kennen gelernt, zwar bis jetzt nur theoretisch, aber da wir uns heute abend zum DVD gucken. Worum gehts? --> Kinder. Und zwar ist gestern Nacht die dritte Tochter des niederländischen Thronfolgers geboren worden, das ist sie:

Einen Namen hat sie offiziell noch nicht, der wird erst verraten, wenn das Kind offiziell eingetragen wird. Das ist auch Tradition, aber darum geht es gerade nicht, es gibt nämlich eine viel nettere: und zwar wird in Holland bei der Geburt eines Kindes (ob nur bei den blaublütigen weiß ich leider nicht, das werde ich heute Abend noch erfragen) so eine Art Keks verschenkt und gegessen, er nennt sich "beschuit with muisjes" und ist laut Britas Auskunft "ein runder Cracker mit pinkem und weißem Zeug drauf" Pink natürlich nur, weil das Kind ein Mädchen ist, wenns ein Junge ist, muss es blau sein. Finde ich eine süße Tradition (im wahrsten Sinne des Wortes)

Edit: wozu Wikipedia doch alles gut ist. Hier mal ein Foto des Kekses:

Monday, April 09, 2007

I'm so excited...


Hach, ein besseres "Willkommensgeschenk" hätte mir nach drei Stunden Bus und Bahn gar nicht passieren können: ich hatte heute endlich die Bestätigung für meinen Flug nach Washington in der Mail (ja, Amis arbeiten Ostermontag), jetzt ist es also offiziell: am 11. Juli fliege ich für 5 Wochen nach Amerika und sehe alle Leute wieder, die ich eeewig nicht mehr gesehen habe. Ich könnte gerade vor Glück im Dreieck springen, jetzt machen mir auch die 3 Monate Uni, die ich noch vor mir habe, nichts mehr aus, mit dem Wissen im Hintergrund, dass ich 3 Wochen nach Abgabe meiner Thesis im Flieger sitze, lassen die sich auch gut ertragen.

Ansonsten bin ich heile wieder angekommen und genieße meine letzten freien Stunden, bevor morgen um halb 10 der Stress wieder losgeht. Und ich habe entdeckt, dass ich nicht das einzige verrückte AuPair bin, dass eine Schwäche für Anderson Cooper hat, auch sehr schön, ich dachte immer, ich sei ein wenig seltsam, weil ich grauhaarige Männer toll finde. Aber bitte, hier nochmal eins meiner Lieblingsphotos? What's not to love (gut, außer der Tatsache, dass er vermutlich stockschwul is)?



Und ja, ich gebe zu, das Photo ist mein aktueller Desktophintergrund, aber wenigstens hatte ich nie eine Boygroup Phase, also muss ich das ja irgendwie nachholen ;-)

"Ferien" schon wieder vorbei

Heute geht es schon wieder zurück nach Maastricht und dank Feiertag und dämlicher Busfahrpläne werde ich für die Strecke, für die ich mit dem Auto 40 Minuten brauche, gute 3 Stunden aufwenden müssen. Klasse!

Dafür habe ich aber gestern abend außer meinem alten Reisepass auch die Umzugskiste, in die ich alle meine Schuhe geschmissen habe, wiedergefunden und bin jetzt für den Sommer bestens mit 10 Paar Orthopädenalbträumen (sprich Absatzschuhe) und diversen Flipflops ausgestattet. Was natürlich nicht heißt, dass ich mir nicht noch welche zulegen werde, ich entspreche inder Hinsicht voll dem Klischee: Schuhe kann eine Frau nie genug haben. Mein tolles Kenneth Cole Sommerkleid habe ich auch wiedergefunden, das muss nur leider erstmal gewaschen werden, aber jetzt kann der Sommer kommen.

Saturday, April 07, 2007

Das Internet als Fundgrube

Ich bin vor einer Stunde mit den assigned Readings für die nächsten beiden Wochen fertig geworden und habe jetzt tatsächlich am Sonntag FREI! Man mag es ja noch kaum glauben. Aber ich musste ja auch ein bisschen vorarbeiten, weil nächstes Wochenende der Geburtstag meiner Oma ansteht und ich da zu nichts kommen werde.

Jedenfalls habe ich meine freie Zeit gleich mal wieder kreativ genutzt, um innlos im Internet herumzuwühlen - es lebe Highspeed Internet und die Flatrate und natürlich will ich euch an meinen Funden teilhaben lassen, einige sind sehr witzig und sehenswert und natürlich zumeist youtube zu verdanken

1. The Mole 2 - eine der besten Reality Shows, die ich je gesehen habe, lief in den USA als ich da war und ich muss zugeben, erst habe ich es nur wegen Anderson Cooper geschaut, aber dann hat es mich echt fasziniert. Ein intelligenter Spielgedanke: 14 Spieler, die nur wenn sie bei diversen Spielen zusammenarbeiten, Geld verdienen können, das am Ende einer gewinnt. Problem: ein Spieler wurde von der Produktionsfirma angeheuert, um die Spiele zu sabotieren, er ist der Mole. Wem kann man also trauen? Ich habe bis zum Ende nicht herausgefunden, wer der Maulwurf ist, und werde es natürlich auch nicht verraten, das verdirbt ja den Spaß. In Deutschland lief glaube ich nur eine Staffel und auch nicht sehr erfolgreich. Und man glaubt es kaum: wer hat's erfunden? --> die Holländer, sonst Quelle sämtlichen Fernsehschrotts. Hier mal der erste Teil, in dem die Kandidaten vorgestellt werden, durch den Rest kann man sich dann bei Youtube durchklicken (einfcah nach "Mole 2" suchen)




2. JibJab - geniale amerikanische Seite, die die amerikanische Politik auf Korn nimmt (den Tipp hatte ich von Jessica hier schon ewig, aber nie Zeit, mich mal intensiver mit der Seite auseinander zu setzen). Sehr viele sehenswerte Videos. Hier die beiden Besten:

This Land (zur letzten Präsidentschaftswahl, leider kein Link um es direkt hier anzuzeigen): http://www.jibjab.com/originals/originals/jibjab/movieid/65

What we call the news (Parodie auf das, was sich im amerikanischen Fernsehen seriöse Nachrichten nennt):

Heaven can wait

Allmählich glaube ich, es gibt irgendeine religiöse Verschwörung gegen mich und die haben irgendwie mitbekommen, dass ich dem Verein nicht so wohlgesonnen bin. In den letzten 3 Tagen haben 4 verschiedene Gruppen auf der Straße versucht, mich zu konvertieren.

Am Donnerstag, als ich auf dem Weg zur Klausur war, haben mich die Zeugen Jehovas angequatscht und als sie gemerkt haben, dass ich kein Niederländisch spreche, sind die doch tatsächlich auf Englisch umgestiegen, um mich zu überzeugen, meine Seele doch noch zu retten, indem ich sofort den Wachturm lese und zu ihrer Religion konvertiere. Nein danke. Der Verein wundert mich sowieso: keine Ahnung, wie oft laut denen die Welt schon untergehen sollte, aber irgendwann würde ich doch mal merken, dass da was nicht stimmen kann, wenn da nie was passiert (oder Gott mal nen Kalender schenken, mit nem dicken gelben Post It auf dem richtigen Tag: "Nicht vergessen: heute Weltuntergang auslösen!").

Die restlichen drei Male passierten alle heute morgen, als ich in der Stadt war, es ist kurz vor Ostern und anscheinend ist da noch mal Großrekrutierung angesagt (oder ich habe mal wieder was verpasst und es ist nächster Weltuntergangstermin), also standen die in Massen in der Stadt, sangen inbrünstig, verteilten Zettelchen mit "Jesus lebt", "Die Darwin Lüge" und "Der Babycaust" und quatschten arme Leute an. Was wieder erschreckend war, war, wie viel junge Leute dabei waren und vollkommen übereifrig dabei waren, Leute zu überzeugen, dass sie sich auf dem direkten Weg zur Hölle befinden, wenn sie nicht sofort wieder zur Kirche gehen. Mich haben drei Leute an verschiedenen Stellen angesprochen und ich reagiere auf diese Leuts ja sowas von allergisch, dass sie es nach 5 Minuten und der Feststellung, dass meine Seele wohl eh schon verloren ist, alle wieder aufgegeben haben.

Versteht mich nicht falsch, ich hab nichts gegen Religion, soll jeder selber wissen, aber dieses Evangelikale, was so allmählich aus Amerika zu uns rüberschwappt, macht mir Angst. Wir denken immer, das betrifft und nicht, so bekloppt sind nur die Amerikaner, aber die haben hier auch schon Fuß gefasst und bekommen jede Menge Schützenhilfe von den Megachurches in den USA. Die fischen ganz gezielt die Jugendlichen ab und indoktrinieren sie dann so früh wie möglich und wo das mal hinführen kann, sieht man ja gerade an der Innenpolitik der USA.

Friday, April 06, 2007

Wo hab ich bloss...?

Eigentlich war heute ein schöner Tag, ich habe draußen im Garten gesessen, viel für die Uni gelesen und sogar dabei noch ein bisschen Farbe bekommen. Dann habe ich noch mit Berit telefoniert und mein Heimweh nach Greifswald mal wieder aufleben lassen.
Jetzt allerdings ist mir aufgefallen, dass ich zum Abholen meines neuen Reisepasses meinen alten mitbringen muss und das bringt die 100.000 Dollar Frage mit sich: "Wo ist das verdammte Ding???" Während ich nämlich keinerlei Probleme habe, mir dämliche Fakten wie "Subways ist der weltgrößte Abnehmer von Tomaten und Thunfisch" (am Donnerstag beim Mittagessen gelernt) zu merken, habe ich größte Probleme, mich zu erinnern, wo ich wichtige Dinge wie Schlüssel, Zeugnisse und eben Ausweisdokumente hingeschlampt habe. Meist habe ic sie an einen Ort gelegt, von dem ich so überzeugt war, dass er vollkommen offensichtlich ist, dass ich es sofort danach wieder vergesse.

Jetzt muss ich also in meiner Abstellkammer in den Umzugskisten herumwühlen, um die kleine blaue Kiste zu finden, in der ich glaube, dass sich mein Pass befindet - herrlich. Das Ding ist vollkommen überfüllt. Wünscht mir Glück, ich werde mich jetzt mal auf die Jagd begeben.

Thursday, April 05, 2007

Ich habs hinter mir!

So, Klausur ist überstanden, ich denke auch, dass ich es bestanden habe und so bin ich ab heute auch wieder einigermaßen ansprechbar. Danke an Jessica für die Aufmunterung. Fragen waren nicht allzu schwer, eine habe ich zwar glaube ich etwas versiebt, aber da es insgesamt 6 waren, sollte es gereicht haben.

Jetzt bin ich für das Osterwochenende mal wieder bei meinen Eltern, die Rückfahrt war dank der Tatsache, dass ich zusammen mit Judith, einer Kommilitonin, fahren konnte, sogar ausnahmsweise amüsant und nicht stressig. Und: alle Züge/Busse waren pünktlich, sollte ich mir den Tag im Kalendar anstreichen?

Ich denke, ich werde dieses Wochenende mal einen etwas ruhigeren schieben, zwar wollte ich einige Texte für das nächste Modul lesen, aber dank Strom im Garten kann ich das ja auch da (die Texte sind auf meinem Laptop gespeichert). Da werde ich mich sowieso bei dem schönen Wetter denke ich hauptsächlich aufhalten (Auch auf die Gefahr hin, dass ich von meiner Mutter ein seltsames Gartengerät in die Hand gedrückt bekomme, mit der Aufforderung, "doch mal eben das Unkraut auf dem Wall zu vernichten", ich hätte ja eh gerade nichts zu tun. Aber das lässt sich meist schnell abwenden, da ich völlig von jedem Gärtnergen verschont geblieben, nicht wirklich unterscheiden kann, was nun "gutes" oder "schlechtes" Grünzeug ist und daher nach 5 Minuten schnell wieder von meiner Aufgabe befreit werde, bevor ich sämtliche Blumen vernichtet habe.)
Ich mag Gärten ja sehr, so zum Rumgammeln und abhängen, aber die Arbeit die damit verbunden ist, muss ich echt nicht haben. Ich werde mir erst einen anschaffen, wenn ich mir auch den Gärtner dazu leisten kann.
Damit ihr mal seht, wo ich die nächsten Tage verbringen werde, hier ein paar Fotos:


Unser Gartenteich (mit Fischen, wenn nicht gerade der Reiher oder die Nachbarskatzen Hunger haben)

Der Pavillon, sehr schön, um mit seinem Laptop drin zu sitzen, hat nämlich Stromanschluss und alles, und dank WLan sogar Internet.

Tuesday, April 03, 2007

Keine Lust mehr zu lernen - und sonstiger Weltschmerz

Nur damit ihr mal wieder ein Update bekommt, warum ich mich die letzten Tage so rar gemacht habe (meine Mutter bekam schon leichte Panikattacken, da ich nie auf Skype zu finden war und dachte wohl schon das Schlimmste): ich muss für diese blöde Klausur am Donnerstag lernen und mir dafür allerlei seltsame Begriffe merken, deren Sinn ich bis heute leider nicht verstanden habe. Was bitte ist die Elastizität von Rohstoffen???? Kann man Kohle jetzt dehnen und dann wird mehr draus??? Und was zum Henker sollen diese ganzen Abkürzungen, ist ja kein Wunder, dass man irgendwann IFI nicht mehr von ISI unterscheiden kann! <--nur einige meiner Gedanken, während ich mir versuche zu merken, ob die WTO jetzt doch ne gute Idee war oder nicht.

Leider habe ich sowas von keine Lust mehr, das ist nicht mehr feierlich. Und den Stundenplan fürs neue Modul haben wir auch bekommen, massig zu tun in einem Monat, wann soll ich denn da was für meine Masterthesis tun??? Ich sehe meinen Ausflug nach Heringsdorf schon davonschwimmen...kein wiedersehen mit meinem Kolloquium und endlich wieder Menschen, mit denen man tatsächlich diskutieren kann.

Sonstiger Weltschmerz?
a. Katja hat Geburtstag und ich bin nicht in Greifswald und konnte nicht mit im Mittendrin Cocktails trinken gehen...und überhaupt vermisse ich meine Greifswalder ganz unheimlich. Jetzt fängt da das neue Semester an und ich wäre sooo gerne dabei.
b. Ich muss Donnerstag mit ungefähr 7000 anderen deutschen Studenten den Weg nach Aachen antreten und habe sowas von keine Lust auf überfüllte Busse und danach Züge in Aachen.
c. Ich habe Heimweh nach Amerika und ganz besonders New York
d. Nach einem Sonnentag ist es hier schon wieder bedeckt und saukalt. Ich krieg Depressionen von dem Wetter!!! Wo ist denn diese viel beschriehene globale Erwärmung?
e. Meine belgische Gastfamilie zieht im Sommer von Brüssel nach Zürich und ich weiß nicht, ob ich vorher nochmal Zeit habe, sie zu besuchen, um von Haus und ihnen Abschied zu nehmen. Nach Zürich ist es dann doch weiter als nach Brüssel und ich habe meine Prinzessinnen schon so lange nicht mehr gesehen.
f. Life stinks!!!

So, jetzt muntert mich mal auf!!

Monday, March 26, 2007

Immer schön ruhig bleiben...

Heute war der erste Tag unserer WTO Simulation und ich stehe schon kurz davor, unsere "wicked witch of the west" Dozentin umzubringen. Dabei hatten wir heute eigentlich nur Vorlesungen, die uns TRIPS und die damit verbundenen Probleme (hauptsächlich verursacht von den üblichen Verdaächtigen USA und EU) etwas näher bringen sollten aber die Frau ist sowas von unorganisiert und unfähig, die einfachsten Sachverhalte rüber zu bringen... Und dann hat die immer so einen konfrontativen Ton drauf, dass ich schon aus Trotz dauernd Kontra gebe. Und klar ausdrücken kann sie sich auch nicht. Beispiel : wie würdet ihr, unter der Bedingung, dass es zu dem derzeitigen TRIPS schon ein Amendment gibt, dass nur noch ratifiziert werden muss, den folgenden Satz interpretieren: "In the negotiation, you will discuss the possible amendment to TRIPS."? Ich jedenfalls habe ihn so interpretiert, dass wir uns das Amendment angucken sollten und dann gucken, was das Land, das wir vertreten, gerne anders hätte. Fand ich logisch. Aber nein, vollkommen daneben, wir sollen uns ein völlig neues Amendment ausdenken, vergesst das, was es gibt - klar,man kann sich auch unnötig Arbeit machen.
Und dann: "Wir brauchen keine rules of procedure" - nein warum auch, es ist ja auch viel lustiger, wenn jeder macht, was er will, keiner weiß, wie man was zur Abstimmung bringt oder ein Meeting verschiebt. Das nenne ich dann mal effiziente Verhandlungen. Prompt haben wir auch dann die geasmte Fragestunde mit wichtigen Dngen wie: "Und was ist, wenn mir die Speaker's Time nicht passt?" verbracht, die sich nie gestellt hätten wenn sowas von Anfang an in den Regeln festgelegt ist. Ich meine, die WTO hat sicherlich andere Regeln als die UN, aber wenn es nur darum geht, dass wir die Verhandlungserfahrung haben und nicht um Realität, kann man die doch übernehmen und Problem is gelöst.

Und dann in den Anweisungen: "Be your Country!" Lol, soll ich jetzt meinen inneren Bushie channeln, Cowboyhut aufsetzen und anfangen, mit amerikanischem Akzent zu reden? ;-) (Wie ihr vermutlich schon herausbekommen habt, vertrete ich die USA, habe also de einfachen Job, einfach ein entscheidendes "No" einzuwerfen, wenn mir was nicht passt.)

Aber: immer schon "ommmmmmmmmmmmmmmm" machen, dann werde ich die letzten 2 Wochen mit der Frau hoffentlich auch noch durchstehen.

Saturday, March 24, 2007

Tag der offenen Tür an der Uni

Heute war, wie ihr an der Überschrift ja schon erkennen könnt, Tag der offenen Tür für die Schüler, die im Herbst hier ihren Bachelor anfangen wollen. Da mein Bruder das ja vor hat - will sogar was studieren mit dem man auch nen Job finden kann: International Business - sind meine Eltern mit ihm hergekommen und ich hab ihn und einen Kumpel dann zur Wirtschaftsfakultät gelotst und in die sicherlich fähigen Hände von von pinken Ralph Lauren Poloshirt tragenden Business Studenten gegeben (da hat mein Bruder kleidertechnisch auch noch einiges an Umstellung zu tun ;-) ). Da ich schon mal da war habe ich mir dann mal wieder einen guten Kaffee mit ganz viel holländischem Slagrom gegönnt - der Coffeeplace hatte dank Tag der offenen Tür auf - und hab dann meine Eltern wieder getroffen. Eigentlich wollten wir shoppen, aber da die ganze Zeit so ein feiner Nieselregen niederging, war das nicht wirklich lustig und wir haben die meiste Zeit in einem süßen kleinen Restaurant gesessen (jetzt ist natürlich schönes Wetter - figures).

Ich muss sagen, die machen hier echt ein Riesenbahei um den Tag der offenen Tür. Da die Maastrichter Innenstadt am Wochenende eh immer vollkommen überfüllt is, hat die Uni extra die Parkplätze vom Kongresszentrum gemietet und eine Shuttleservice eingerichtet, damit die Schüler dann auch zu den Fakultäten finden. In der Stadt standen dann auch an wichtigen Punkten Studenten rum, die man fragen konnte, wenn man sich verlaufen hatte, und di eFakultäten waren alle mit massig blau-weißen Luftballons (die Unifarben) geschmückt. Brüderchen hat außerdem einen Rucksack mit den nötigsten Uniutensielen (Block, Stifte etc. ) bekommen und wurde sogar kostenlos mit Essen versorgt. Wenn ich das so mit der Uni Greifswald vergleiche...

Habe ich eigentlich erzählt, dass ich einen neuen Reisepass beantragt habe? Naja, jedenfalls barucht man ja jetzt diese biometrischen Photos: nicht lächeln, starr geradeausstarren etc. Erstmal hat es mich schon geärgert, dass ich beim Fotographen immer 4 davon machen muss, ich brauche ja nur eins und die Dinger sind so häßlich, dass ich die auch nicht verschenken kann oder so. Das Beste ist aber: wenn man den Pass beantragt, scannen sie das Photo einfach nur ein und geben es dir dan wieder - klasse: jetzt habe ich also 4 Verbrecherphotos von mir, mit denen ich nichts anfangen kann. Und das nur, damit die USA feststellen kann, dass ich auch im Computer nicht aussehe wie Osama bin Laden.

Wednesday, March 21, 2007

Paper abgegeben und ein interessanter Vortrag

Paper

Eeeeendlich ist dieses dämlich EPA Paper abgegeben, dass wir für dieses Modul schreiben mussten. Und nach einigen Stolpersteinen glaube ich auch, dass es nicht schlecht geworden ist. Wir haben es sogar geschafft, uns an die Wortbegrenzung zu halten, um genau zu sein, haben wir 8009 Worte geschrieben, 8000 waren erlaubt - eigentlich müsste es dafür einen Extra-Punkt geben, meint ihr nicht auch? ;-) Jedenfalls sollte unsere "wicked witch of the west" Dozentin, die ja immer gepredigt hat, wie wichtig es wäre, zu lernen, sich an Begrenzungen zu halten, in der Hinsicht nichts zu motzen haben.
Habe ich eigentlich erzählt, worum es in dem Paper ging? Keine Ahnung, wenn habe ich das bestimmt verdrängt. Also Kurzfassung: es geht um die neuen Handelsabkommen der EU mit den ehemaligen Kolonien. EU sagt, wir machen dass, weil wir so nett sind und mit Liberalisierung alles besser wird. Wirds natürlich nicht, macht aber nichts, denn Liberalisierung der afrikanischen Märkte bedeutet, dass wir unsere ganzen überschüssigen und subventionierten Agrarprodukte dort abladen können. Wer braucht da Entwicklung? Und ich habe allmählich das Gefühl, dass sich das bei der EU zu einem beängstigenden Trend entwickelt: in allen Papern, die ich bis jetzt hier geschrieben habe, profitiert von den Maßnahmen vor allem die EU, es wird aber behauptet, wir machen das auch reiner Menschenliebe.


Vortrag

Da wir das Paper heute um eins fertig hatten, konnte ich sogar noch zu einem Vortrag an unserer Fakultät gehen: Michael E. Brown, der Dean der Elliott School of Governance in Washington D.C und Professor für International Affairs und Political Science. Er beschäftigt sich mit den Auswirkungen von sogenannten "soft security issues" wie dem demographischen Wandel, weak states und ethnischen Konflikten auf die globale Sicherheit. Sein Vortrag war sehr interessant, aber auch ein wenig deprimierend, weil er einem sehr gut vor Augen führen konnte, wie schlecht es einem Großteil der Welt eigentlich geht. Klar weiß man das auch vorher, aber die Zahlen sind dann doch immer wieder erschreckend, vor allem, wenn man dann lernt, dass es mit rund 10% der Entwicklungsländer keineswegs bergauf, sondern eher steil bergab geht.
Nebenbei gesagt war es natürlich auch toll, mal wieder jemanden zu hören, der genauso spricht wie ich, soll heißen, mit breitem amerikanischen Akzent, das vermisse ich näcmlich hier. Entweder hört man das britische Englisch der Dozenten oder aber das sehr harte Englisch der Osteuropäer, mit dem ich mich glaube ich nie werde anfreunden können.

Tuesday, March 20, 2007

Für meine Schwesterchen:

Alles alles Gute für deine Prüfung morgen, du wirst das mit links schaffen, ich drücke alle Daumen!!

Und natürlich:

Better know a Country: Holländisches Fernsehen

Da ich gerade einen Hinweis darauf bekam, dass ich mein Blog doch mal wieder updaten sollte. Und da mein Leben im Moment nicht sonderlich aufregend ist, bekommt ihr mal wieder einen kleinen Einblick in die holländisce Kultur. Heute: Fernsehen und die besten Shows, die ich hier gesehen habe (wobei das meiste allerdings Importe sind, was aber nichts an ihrer wunderbaren Intelligenzfreiheit ändert und ich glaube nicht, dass eine davon je in Deutschland laufen könnte).

Undercover Lover
Die einzige original holländische Erfindung - jedenfalls war es auf holländisch, weshalb es mich auch einige Folgen gekostet hat, genau herauszufinden, worum es geht. Grundidee ist die Folgende: man rekrutiere 8 Singles und 8 Pärchen, schicke die Singles und jeweils die eine Hälfte der Pärchen auf eine Insel, wo sie möglichst spärlich bekleidet herumlaufen und seltsame Spielchen machen müssen. jede Woche wird einer, von dem die Teilnehmer denken, er ist Teil eines Pärchens, herausgewählt. Ziel des Spiels: die letzte Hälfte eines Pärchens zu sein - also nicht enttarnt zu werden und damit ganz viel Geld gewinnen.
Man kaann sich jetzt vorstellen, das es hauptsächlich darum ging, so zu tun, als wäre man Single und heftig herumzuknutschen, während die im Hotel verbleibende Pärchenhälfte das Ganze live miterlebt und fotogen heulen kann, dass man doch ausgemacht habe, nur bis zu Küsschen auf die Wange zu gehen. Spaßig. Keine Ahnung wer gewonnen hat, aber darum ging es glaub ich auch ehr zweitrangig.

Australian Princess

Läuft zur Zeit und erheitert meine Abende. Auch ein sehr einfaches Rezept, man nehme:
  • den arbeitslosen Ex-Butler von Princess Diana, dessen Bücher sich anscheinend nicht mehr verkaufen und der deshalb auf andere Art Geld verdienen muss
  • eine typisch britische upper class Schnepfe, die Etikette lehrt
  • 12 australische Mädels aus dem Busch, die alle keine Ahnung von Benehmen haben
  • und einen "Mystery Prince", den sie alle gerne treffen wollen
und schon hat man eine Art "Australien sucht die Super-Prinzessin". Jede Woche müssen die Mädels was neues Lernen (Dinge wie: "Nein, man sitzt mit einem Rock nicht breitbeinig", oder: "es ist unhöflich beim Essn Kaugummi zu kauen" und wers nicht kapiert, fliegt leider raus. Die Gewinnern bekommt dann ein Krönchen und eine Ball geschmissen, auf dem sie mit nem Prinz tanzen kann.

Dr. Phil
Ein amerikanischer Import, aber sehr erheitert. Dr. Phil ist so eine Art übergewichtiger Motivationstrainer für white trash. In seine Sendung darf jeder kommen, der irgendwie ein Problem hat, und Dr. Phil findet bestimmt raus, dass das alles daran liegt, dass man eine schlimme Kindheit hatte. Dazu teilt er dann gratis Lebensweisheiten à la "your family is the most important thing you have" aus, und wenn man Glück hat sitzt - ganz zufällig natürlich - seine gebotoxte und blondierte Ehefrau im Publikum, nickt verständnisvoll und hat auch gute Ratschläge so "von Frau zu Frau". Und am Ende ist natürlich alles wieder gut und alle haben sich wieder lieb. So eine Art amerikanische Angelika Kallwass, nur das be Dr. Phil die Leute echt sind - erschreckend.

Tuesday, March 13, 2007

Ich glaubs ja nicht!

Das kann doch nicht wahr sein, oder? Jetzt ist es gerade mal seit 3 Tagen warm und schon sitze ich, wenn ich das Fenster offen habe, mit Triefaugen und Triefnase hier rum. Sooo schnell KÖNNEN sich Pollen doch gar nicht ausbreiten, oder? Vermutlich ist das ganze reine Einbildung und mein Körper bereitet sich mental schon mal auf die Attacke der Pollen vor, aber normal ist das doch nicht, oder? Ich muss mal ganz schnell meine Augentropfen rauskramen, werde doch deshalb mein Fenster nicht zu machen, wär ja schade um das schöne Wetter und den Frühlingsduft.

Dann noch ein großes Daumendrück an Berit, die heute Literaturprüfung schreibt! Du schaffst das!

Monday, March 12, 2007

Spring Time

Der Frühling ist hier, und zwar mit voller Wucht, und das steigert meine Laune doch ganz beträchtlich (wenn es auch meine Leistung ganz beträchtlich senkt, weil ich nur draußen bin oder zum Fenster herausträume, aber man muss positiv denken). Gestern war ich schon fast 2 Stunden einfach nur spazieren, weil das Wetter so genial war. Man konnte den Frühling praktisch riechen. Ich weiß nicht, wie man es beschreiben soll, aber es ist so ein ganz besonderer Duft. Den ganzen Tag war natürlich auch das Fenster offen, so dass ich an meinem Schreibtisch auch was davon hatte.

Heute war ich dan mit Brita das erste Eis des Jahres Essen - seeehr gut und von der Australian Icecream Factory: Belgian Chocolate, der Himmel auf Erden und danach haben wir noch auf dem Vrijthof gesessen und einfach die Sonne genossen. Ach, das Wetter ist sooo toll. Hoffe, das hält noch ein paar Tage, dann kann ich ein bisschen gute Laune tanken. Und hier geht gerade die Sonne mal wieder in einem roten Feuerball unter. Ich muss sagen, solche Sonnenuntergänge wie hier habe ich bis jetzt selten gesehen, und die sind fast jeden Abend so.

Ansonsten habe ich mich heute für unserern Klassenausflug nach Brüssel angemeldet, wir fahren Mitte April für 2 Tage, um mit Parlamentariern, Lobbyisten und NATO Menschen zu reden. Ich will zwar nicht in Brüssel arbeiten, aber hey, der Spaß kostet nur 15 Euro, weil den Rest die Uni bezahlt und wir können im Hotel direkt am Grand Place übernachten. Brüssel, ich komme!!

Dann habe ich das Fernleihe System unserer Uni durchschaut, billiger als in Greifswald und Kopien bekommt man sofort nach Hause geliefert. Immer her damit.

Friday, March 09, 2007

Ich lerne es nicht!

Da könnte man doch meinen, nachdem ich in der letzten Woche 4-mal in die Stadt gefahren bin und 4-mal auf dem Rückweg pitschnass geworden bin, dass ich endlich lerne, mein Regensachen einzupacken. Aber nein, morgens wenn ich losfahre ist das schönste Sonnenwetter, da habe ich natürlich keine Lust, das Zeug mitzuschleppen, und kaum komme ich aus der Uni, regnet es in Strömen und wenn ich zu Hause ankomme, triefe ich. Heute mal wieder. Diesmal hat es selbst meine dicke Winterjacke durchnässt, so dass ich buchstäblich bis auf die Haut nass war, als ich zu Hause ankam. Pfuibah! Zum glück ist jetzt erstmal Wochenende und ich muss nicht raus. Fahrradfahren wäre sowieso erstmal nicht, habe mir nämlich mal wieder mein Knie verdreht, und so hopple ich hier jetzt einbeinig durch die Gegend.

Etwas positives habe ich aber heute auch zu berichten: ich habe es tatsächlich geschafft, 2 Geburtstagsgeschenke zu kaufen, die sich dann bald auf den Weg zu ihren glücklichen Besitzern machen werden.

So, ich gehe jetzt diese Schmerzsalbe für mein Knie suchen - und wo habe ich eigentlich diese hübsche blaue Bandage gelassen???

Thursday, March 08, 2007

Mal wieder Kino

Ich muss sagen, ich fange an, das Lumière hier sehr zu mögen, die haben wirklich gute Filme und das auch noch zu für Studenten annehmbaren Preisen. Gestern war ich wieder mit Brita los, wir haben uns Snow Cake angesehen. Ein wirklich guter und nachdenklich machender Film, war letztes Jahr der Eröffnungsfilm auf der Berlinale. Wer Gelegenheit hat, ihn zu sehen, sollte es machen.
Hier ist der Trailer (ich bin so schlecht darin, zu erklären, worum es in Filmen geht):



Und mit Brita habe ich hier auch endlich mal jemanden gefunden, der nicht nur auf Party aus ist, sondern sich durchaus auch 2 Stunden in ein Café setzen und nur quatschen kann.

Außerdem waren gestern Wahlen hier in Holland, wofür habe ich keine Ahnung, aber ich darf ja auch gar nicht mitmachen. Was ich witzig fand, war, dass man hier in der Mall abstimmen kann. ich war gestern kurz einkaufen und da standen die leute dann schon am Eingang, um die Bürger dran zu erinnern, dass sie doch bitte wählen sollen. Sehr witzi. Auch ne Möglichkeit, die Wahlbeteiligung zu erhöhen. Wenn sie dann noch jedem Wähler einen Einkaufsgutschein für die Mall in die Hand drücken würden, wäre das bestimmt auch der Renner. Sollte man in Deutschland direkt mal drüber nachdenken, wer hat denn schon Lust, in diese drögen Schulen, Bürgerhäuser und ich weiß nicht was zu gehen, um zu wählen - shoppen tuen wir doch alle gerne.

Tuesday, March 06, 2007

Mein Unitag

Bah, allmählich reicht mir dieses Mistwetter hier, ich hatte in den letzten Wochen keinen Tag, an dem ich nicht mindestens auf einer Radfahrt patschnass geworden bin. Außerdem windet es wie bekloppt. Frühlingsstürme hin oder her, dieses Wetter ist doch eine Zumutung.

Heute habe ich mal wieder den ganzen Tag in der Uni verbracht, um mir a. eine Vorlesung anzuhören, die als Einführungsvorlesung für dieses Modul ja sehr nützlich gewesen wäre, zum jetzigen Zeitpunkt aber nur zum Schnarchen, weil wir uns die Infos alle schon lange selbst angelesen hatten, weil wir darüber ein Paper schreiben müssen; b. Stunden in der vollkommen überfüllten Bibliothek zu verbringen (man könnte meinen, es gibt was umsonst), nur um 2 Bücher zu finden, die beide verstellt waren und erst nach langer Suche aufzufinden waren; und c. um uns 20 Minuten lang mit der Betreuerin unseres papers zu treffen, um festzustellen, dass wir eigentlich keine Fragen haben und unser Paper gut läuft. Aber absagen ging nicht, das Treffen war Pflicht, ob es nun sinnvoll ist oder nicht. Diese Frau macht mich nochmal wahnsinnig, die ist sowas von überenthusiastisch.

Noten für das letzte Modul sind auch da, ich habe für mein Paper 9 von 10 Punkten bekommen, sehr schön. Dummerweise wird mich wohl dieses Modul meinen guten Notendurchschnitt kosten.

Sunday, March 04, 2007

Wochenendbericht

Ich habe mir vorgenommen, mal wieder öfter zu posten, deshalb werde ich jetzt mal berichten, was mein Wochenende so gebracht hat - nicht viel, das gleich als Warnung vorweg. Ich habe Texte gelesen, meinen Teil unserer Hausarbeit fertig geschrieben (und wenn ich Glück habe, kann der Großteils so bleiben, werde ich am Dienstag erfahren, da haben wir Treffen mit unserer Dozentin). Dann habe ich mich tatsächlich gefreut, dass ich mein Pflichtpensum Samstagabend fertig hatte und heute mal wieder Texte für meine Masterarbeit lesen konnte, endlich mal wieder was interessantes. Da hat es mir dann auch weniger ausgemacht, dass ich trotz des schönen Wetters hier drinnen saß.

Letzte Woche habe ich dann auch meine ersten Bewerbungen abgeschickt, jetzt warte ich gespannt auf Absagen ;-).

Heute abend habe ich mal wieder festgestellt, dass deutscher und holländischer/belgischer Fernsehgeschmack doch ein wenig auseinanderklaffen. Der Großteil, der Spielfilme, der hier läuft, sind Actionfilme, mindestens jeden zweiten Abend kann man irgendwelche Leute dabei bewundern, wie sie sich die Köpfe einschlagen, tolle Autos zu Schrott fahren oder eine neues pyrotechnisches Meisterwerk abfackeln. Leider nicht gerade mein Geschmack aber zum Glück habe ich dann doch noch einen Sender gefunden, der CSI ausstrahlte. Auf Französisch zwar, aber das sollte ich ja eh mal verbessern und ich glaube, ich habe sogar verstanden, warum wer wen umgebracht und wieso er überführt werden konnte. Frage: reicht das jetzt, um in den Bewerbungen "gute Kenntnisse" in Französisch anzugeben. Und wo wir dabei sind, reicht es, wenn ich in Isländisch meinen Namen sagen kann und fragen kann, wi es jemandem geht, umd das als Grundkenntnisse zu deklarieren? ;-)

Thursday, March 01, 2007

The Queen

Gestern war ich endlcih mal wieder im Kino, mit Brita, einer Kommilitonin aus Brüssel (die übrigens genau 2 Starßen von meiner Gastfamilie dort entfernt lebt - die Welt ist klein). Wir waren im Lumière, das ist ein kleines Programmkino hier in Maastricht, das etwas anspruchsvollere Filme zeigt. Alt und gemütlich.
Wir haben uns, nachdem Helen Mirren dafür den Oscar gewonnen hat, "The Queen" angeguckt und ich muss sagen es hat sich gelohnt. Und zwar nicht nur wegen den wunderbaren britischen Akzenten, die ich ja so liebe (obwohl mir der Akzent des echten Tony Blair deutlich besser gefällt als der des Schauspielers, der ihn gespielt hat). Helen Mirren spielt die englische Königin wirklich einzigartig und es ist ein toller Blick hinter die Kulissen des britischen Königshauses. Der Film spielt hauptsächlich in der Woche von Dianas Tod und konzentriert sich sehr stark auf die Reaktionen Elisabeth II und den Konflikten, in denen sie steckt. Beeindruckend.

Hier ist mal ein Trailer:

Sunday, February 25, 2007

Mein Lieblingsbuch kommt ins Kino

Endlich hab ich den ersten Trailer für die Verfilmung meines Lieblingsbuches gefunden: The Nanny Diaries. Auch wenn einiges anders zu sein scheint als im Buch, sieht es doch aus, als würde es sehr lustig werden




Ich kann dieses Mädchen sooo gut verstehen. Und ich ärgere mich immer noch, dass ich nicht meine AupAir Zeit aufgeschrieben habe, ich hätte so viel Geld verdienen können ;-).

Monday, February 19, 2007

Mein Rosenmontag

Tja, auch wenn ich hier praktisch aufm Dorf wohne, Karneval ist hier trotzdem die Hölle los. Hier mal mein Tagesablauf:

8:30
Unser Nachbar beginnt seine Feierlichkeiten. Leider tut er das nicht wie vernünftige Leute im Partykeller, sondern indem er Riesenboxen draußen aufstellt und die Nachbarschaft mit Karnevalsmusik in trommelfellschädigender Lautstärke beglückt. Ich werde von "Viva Colonia" aus meinen Träumen gerissen, ein Lied dass ich heute nicht zum letzten Mal hören werde und überlege, ob esnicht irgendeine EU Vorschrift gibt, die diese Ruhestörung verbietet. Meine Ohropax habe ich nämlich leider in Maastricht vergessen. Luftverschmutzung vielleicht?

8:45
Ich ergebe mich in mein Schicksal und lasse mich sogar überreden, Brötchen zu holen. Auf dem Weg begegnen mir so einige Karnevalisten auf dem Weg zum Warmsaufen vor dem Zoch, denen ich teilweise doch recht deutlich klar machen muss, dass ich ihnen wirklich kein Bützche geben will. Beim Bäcker schallt mir Karnevalsmusik entgegen und ich bekomme meine Brötchen von einem schon leicht angeheiterten Teufelchen. Nun gut.

9:00
Die Nachbarsmusik wird deutlich lauter, die Höhner sind auf Dauerotation und ich ertrage die erste von vielen vielen Wiederholungen von "Die Karawane zieht weiter". Ich brauche Kaffee.

9:20
Ich sitze am Schreibtisch und versuche das Gedröhne draußen zu ignorieren, was nur bedingt klappt. Vielleicht hilft ein Tee zur Beruhigung. Beim Warten schaue ich aus dem Fenster und sehe Nazi Nachbar, der erstmal in Paradeuniform seine Deutschlandflagge hisst und seine ganze Familie davor salutieren lässt. Nicht lustig: seine Frau hat mal wieder ein blaues Auge, aber ich habe ja beigebracht bekommen, dass ich dazu nichts sagen darf, also schnappe ich mir meinen Tee und verschwinde in mein Zimmer.

10: 17
Ich lese zum gefühlten 20sten Mal den gleichen Absatz, ohne was zu kapieren. Mal sehen, ob ich Berit erreichen kann und ihr mein Leid klagen. Ans Telefon geht sie nicht, dann ist sie bestimmt in der Bib und damit im Internet. Richtig. Juhu! Jetzt kann ich wenigstens jemandem mein Leid klagen.

11:11
D'r Zoch kütt! Der Lautstärkepegel steigt soweit an, dass an lernen nicht mehr zu denken ist, also verschwinde ich mal wieder in die Küche und bereite das Mittagessen vor, nebenbei schiele ich auf die Kuriositätenparade draußen. Die übliche Ansammlung von Gestalten in Kostümen, dann der Albtraum meiner Kindheit:die Garde, dann der Wagen mit dem Prinz, der, dem Schwarm halbnackter Teenies, der ihn umlagert, nach zu urteilen, mit alkoholischen Minifläschchen wirft. Drei besoffene Teenies trampeln in unserm Vorgarten rum, die Blumen meiner Mutter wirds freuen.

11:45
Der Spuk ist vorbei, einer der Vorteile, wenn man auf dem Dorf wohnt, der Zug ist nicht so lang. Ich kann endlich weiterlernen, auch wenn Nachbar draußen jetzt natürlich wieder voll aufdreht.

13:02
Der Nachbar feiert immer noch, ich gebe es auf, den Zusammenhang von Demokratie, Wertewandel und Entwicklung in eine schriftliche Form zu bringen, der der "wicked witch of the west"- Dozentin gefällt, und mache mir jetzt erstmal essen. Es läuft zum 7ten Mal "Viva Colonia".

13:44
Die Musik dudelt immer noch, meine Recherchen im Internet nach einer Möglichkeit, selektiv den Strom in der Nachbarschaft lahmzulegen, sind zwar ergebnislos, dafür finde ich aber heraus, dass 1991 Karneval wegen dem Golkrieg ausgefallen ist. Sofort sehe ich Licht am Horizont: ich sollte sofort einen Brief an die Landesregierung schreiben, immerhin haben wir schon seit einigen Jahren wieder Krieg in der Region - Karneval sollte sofort wieder abgeschafft werden und so wie das da unten läuft, könnte das bedeuten, dass ich für die nächsten Jahre Ruhe habe. Krieg is schließlich Krieg, da sollte man dann auch keine feinen Unterschiede machen.

14:33
Die Nachbarn sind mittlerweile besoffen genug, um die Songs mitzugrölen - wunderbar. Ich mache das Fernsehen an und gucke Gerichtsshows, die haben im Vergleich deutlich mehr Niveau.

18:36
Seit gut 2 Stunden ist jetzt tatsächlich Ruhe draußen, die Besoffenen sind in die nächste Kneipe weitergezogen. Ich habe es noch geschafft, drei Texte für mein Paper zu lesen. Jetzt habe ich aber keine Lust mehr und werde mir nach dem Abendessen noch die neueste Desperate Housewwives Folge gönnen. Natürlich war ich schon wieder zu neugiereig und habe gelesen, was passieren wird...eigentlich doof, bringe mich ja selber um den Spaß. (@ Jessica: und ich hatte doch Recht!! Wir müssen dringend chatten.)

So, Feierabend, melde mich bald mal wieder bei euch.

Saturday, February 17, 2007

Abenteuer Deutsche Bahn

Ich habe es in der Karnevalszeit von Maastricht nach Düren geschafft - was allerdings keinesfalls der Verdienst der dt. Bahn ist.

Erstmal hatten wir ja Freitag noch Unterricht, auch wenn nur noch die Hälfte von uns da war, aber davon lässt sich unsere Dozentin nicht abhalten, auch nicht davon, dass anscheinend ein Scherzbold den PC im Hörsaal lahm gelegt hatte: da rufen wir eben den technischen Dienst an der Uni an und in der Zwischenzeit halten wir die Vorlesung eben ohne PowerPoint. Man muss sich ganz schön wieder umgewöhnen, wenn man das sonst schon als Hilfe gewohnt ist.
Verkleidet war allerdings noch keiner, Gott sei Dank (obwohl unsere Dozentin auch nicht unbedingt ne Verkleidung braucht, die "wicked witch of the west" kommt auch so ganz gut zum Vorschein).

Was ich dann allerdings witzig fand, war, dass die Announcements in den Klassenräumen, die sonst lauten "Please be advised that it is not allowed to take food or drink into the classrooms" (nicht, dass sich da jemand je dran hält) ausgetauscht worden waren und man jetzt lesen konnte: "Please be advised that you should make love, not war!"LOL.

Deutlich weniger witzig war dann die Heimfahrt. Der Bus war proppenvoll, ich hatte zwar einen Sitzplatz, allerdings musste ich rückwärts fahren, so dass mir nach einer Stunde leicht übel war. Dann bekomme ich doch tatsächlich direkt den nächsten Anschlusszug von Aachen nach Düren, super denke ich mir. Zu früh gefreut. Erst standen wir 15 Minuten auf dem Bahnsteig, ohne dass es auch nur den kleinsten Hinweis gab, wieso und weshalb. Dann hatten wir Glück und der Thalys auf dem Weg nach Köln fuhr auf dem Nebengleis an, dass sind gut zahlende Gäste, also bekamen die eine Lautsprecherdurchsage: "Sehr geehrte Fahrgäste des Thalys, leider wird sich die Weiterfahrt um ca. 15 Minuten verzögern, da sich Personen auf den Schienen der Strecke befinden." Haaaallo - unsere Abfahrt verzögert sich auch, wir stehen auch dumm rum, wäre nett, wenn man uns auch Bescheid sagen würde, auch wenn wir nur in einem billigen Regionalexpress sitzen. Nach einer halben Stunde zockelten wir dann los, natürlich NACH dem Thayls und den ICEs, die den gleichen Weg hatten - genau einen Bahnhof weiter, wo wir dann, ohne jede Erklärung, wieder 10 Minuten herumstanden. Als es dann doch mal weiterging, machte der Schaffner dann doch noch eine Durchsage, dass er sich für die Verzögerung wegen angetrunkener Personen und/oder Kindern auf den Schienen entschuldige. Jeez, wie lange kann es denn bitte dauern, ein paar besoffene Karnevalisten von den Schienen zu fegen??? Oder muss ich da erst die Polizei, die Feuerwehr, nen Psychologen und nen Priester auffahren, weil die ja vielleicht lebensmüde sein könnten? Und - Vorsicht Zynismus -wieso eigentlich? Auf der Strecke schmeißt sich mindestens einmal die Woche einer vor den Zug, weil das so hübsch kurvig und schlecht einzusehen ist, dann lasst sie doch und 2 Karnevalisten weniger sind auch kein Verlust (Zynismus Ende). Naja, mit 1,5 stündiger Versätung bin ich dann endlich in Düren angekommen, meine Nerven wurden aber noch einmal gehörig strapaziert, als so ein dämlicher besoffener Karnevalist meinte, er müsse mir ein "Bützche" (für alle nicht Rheinländer: Küsschen) geben, ich ihm eine scheuerte und die Umstehenden meinten, ich solle mich doch nicht so haben. Warum zum Henker kann man Karneval nicht einfach verbieten????

Dann musste ich mich, da ich auf dem Weg vom Bahnhof nach Hause leider durch nicht ganz die beste Gegend laufen muss (meine Mum konnte mich leider nicht abholen), noch mit gefühlten 700 dummen Sprüchen von Teenie Türken im Gangsterlook rumschlagen. Wie ihr euch also denken könnt, war mein Tag danach gelaufen und auch, dass meine neuen Stiefel endlich angekommen waren, konnte mich da nur marginal aufheitern.

Naja, jetzt bin ich zu Hause und genieße die relative Ruhe vor dem Sturm vor Rosenmontag, streite mich mit meinen Vater, der meint, dass ich sowieso nach dem Studium keinen Job finde, weil ich ja keine Naturwissenschaft studiert habe und versuche, ein Paper zu einem Thema zu schreiben, das mich Null interessiert. Tolle Aussichten.

Sunday, February 11, 2007

Post aus Brüssel

Heute hat sich meine viel beschäftigte Gastfamilie mal wieder gemeldet und jede Menge Fotos geschickt. Sie waren mit den Kids zu Delphines 3. Geburtstag im Disneyland - sooo niedlich. Die Photos kann ich hier leider nicht veröffentlichen, will ja meine Kids nicht gefährden - man was ja nie, was für Spinner sich im Netz herumtreiben, auf Anfrage schicke ich sie euch aber gerne (oder wenn ich mal herausfinde, wie man Webalben anlegt, die nicht jeder einsehen kann - weiß das jemand? Wenn ja, bitte melden.)Jedenfalls ist es schon krass, wie de Zeit vergeht, Delphine ist schon 3, in meinem ersten Sommer in Belgien war sie ein kleines Baby von 6 Monaten. Ich vermisse die beiden ganz furchtbar.

Was auch krass ist, ist wie das Haus zur Zeit aussieht. Sie renovieren ja gerade und anscheinend ist es in vollem Gange. Hier mal ein paar Fotos.

Das ist das ehemalige Wohnzimmer, vorher und nachher (leider nicht ganz der gleiche Winkel):



















Die Küche:




Und das hier waren mal 2 Stockwerke:


(Man erkennt noch, dass das eine mal das Kinderzimmer war, die pinke Prinzessinnenbordüre kenne ich noch allzu gut.) Wie man in dem Chaos leben kann, ist mir immer noch unbegreiflich, auch wenn im 3. Stock ja nichts gemacht wird, aber den ganzen Tag für Monate die Bauarbeiter im Haus - na, ich weiß nicht.

Aber ich muss doch mal sehen, dass ich es nächste Woche mal nach Brüssel schaffe. Mal sehen, wie ich meinen Eltern das Auto abgeluchst bekomme, denn mit übernachten ist es im Moment leider etwas schlecht.

Nur so

Allmählich werde ich depressiv: hier regnet und/oder schneit es jetzt seit drei Tagen ununterbrochen. Alles ist einfach nur matschig, nass und eklig. Ich muss diesses Wochenende ja eigentlich nicht raus, aber wenn man 3 Tage in der Wohnung sitzt, bekommt man ja auch Zustände. Allerdings ist auch keine Besserung in Sicht, und die nächsten Tage wird mir so wohl kaum was anderes übrig bleiben, als mich in Regenklamotten auf mein Rad zu schwingen und eben nass zu werden.

Lichtblick: noch eine Woche Uni und dann haben wir eine Woche Ferien - Nachteil: es sind Karnevalsferien. Ich hasse Karneval!!! Und das, obwohl ich im Rheinland geboren bin, damit bin ich in meiner Heimat die absolute Außenseiterin (Und ja, ich hatte eine schwere Kindheit, weil ich als einziges Mädel bei uns im Dorf nicht in der Garde war.;-) Für alle, die nicht wissen, was eine Garde ist: das sind die Mädel mit den kurzen Röcken und komischen Hüten, die im Takt die Beine in die Luft werfen und das Tanzen nennen). Wie auch immer, spätestens Donnerstag geht in Deutschland also das Spektakel los, und hier auch, die Maastrichter haben den Wahnsinn nämlich begeistert importiert. Meine Zugfahrt nach Hause am Freitag wird auf jeden Fall mal wieder ein Erlebnis werden, besoffene und verkleidete Erwachsene im Zug die sich benehmen wie die Hampelmänner sind nicht gerade die besten Reisegenossen. Ich verstehe den Reiz des Ganzen irgendwie nicht: sich verkleiden und 5 Tage vollaufen zu lassen, um dann auf Kommando Alaaf zu brüllen und sich nicht lustige Büttenreden anzuhören, was ist daran so toll? (OK, ich gebe zu, dass ich Büttenreden nicht lustig finde, kann auch daran liegen, dass ich kein Kölsch verstehe, aber ehrlich gesagt habe ich den nicht ganz so leisen Verdacht, dass das es auch nicht besser machen würde, eher im Gegenteil.)
Da bleibt mir mal wieder nur die Flucht in die Stunksitzung zu meinen Leidensgenossen und am Montag Ohropax, damit ich nicht nach dem 200. gebrüllten "De Zoch kütt" "Alaaf" oder "Kamelle" zum Massenmörder werde.
So, und jetzt wird weitergearbeitet, allmählich habe ich sogar das Gefühl, ich blicke marginal durch, worum es bei dem ganzen Modul geht.

Sarah

PS: Was mir auch ewig ein Rätsel bleiben wird, ist das Phänomen von Prinz, Bauer und Jungfrau - kann mir mal jemand erklären, was die drei mit Karneval zu tun haben? Wozu braucht man die - jetzt mal außer zum Winken und Karnevalszug finanzieren?

Thursday, February 08, 2007

Es schneit!

Jetzt ist hier auch der Winter ausgebrochen - im Februar. Eigentlich hatte ich ja gehofft, dass uns das erspart bleiben würde, aber anscheinend haben wir Pech gehabt. Seit heute morgen um 8 schneit es jetzt wie bekloppt und es sieht nicht aus, als würde es in nächster Zeit aufhören wollen. Und ich muss gleich raus, um mich mit den beiden Mädels, mit denen ich das Paper schreibe, zu treffen. Na, wenigstens treffen wir uns in der Mensa, da gibt es dann schönen warmen Kaffee mit lecker holländischer Schlagsahne.

Was gibt es sonst neues? Leider hat sich mein erster Eindruck von der Dozentin, die unser jetziges Modul leitet, bestätigtigt: Zicke (oder auch wahlweise stuck up bi***, aber ich habe keine Ahnung, wie man das ins deutsche übersetzen soll). Die Frau hält sich echt für was besseres, weil sie nen Doktortitel hat und wir nicht und behandelt uns dementsprechend wie Kleinkinder. "Wisst ihr denn auch, was eine Forschungsfrage ist?" - Nein woher denn, ich schreibe auch erst seit knapp 4 Jahren akademische Text und da ist mir das noch nie begegnet. Himmelherrgott, wir sind Masterstudenten, da sollte man ein gewisses Grundwissen voraussetzen können.

Das beste war aber noch, als wir tatsächlich gewagt haben zu fragen, warum in diesem Modul denn die Leseliste ungefähr den doppelten Umfang hat wie normal und ob man, weil sehr viele Leute im Februar März entweder Job Interviews haben, Bewerbungen für Doktorandenstellen schreiben müssen, außerdem der EU Concours ist und eine Jobmesse hier in Maastricht, vielleicht etwas flexibler mit den Deadlines oder auch Fehlstunden umgehen könnte. Da bricht ja normalerweise keinem ein Zacken bei aus der Krone, wir machen ja auch in der Fehlzeit keine Ferien, und es ist ja auch nicht so, dass sie 20 Paper gleich am Abgabetermin liest.
Antwort: auf gar keinen Fall, wir sollen uns nicht so anstellen, seien ja schließlich zum Studieren hier und wer fehlt, muss eben eine Extraaufgabe machen. Wollen die Leute hier nicht, dass wir Jobs bekommen? Kommt mir fast so vor.

So, ich muss jetzt los, auf ins Schneegstöber.

Saturday, February 03, 2007

Ich mag mein neues Modul nicht!

Schlechter Ausgangspunkt, wenn man bedenkt, dass ich mich damit jetzt die nächsten 8 Wochen herumschlagen muss, aber ich muss ganz ehrlich zugeben, Wirtschaftspolitik hat mich noch nie interessiert und wird mich wohl auch nie interessieren. Es ist mir völlig egal, was Direktive 3Xe163 zur Normierung der Käselöchergröße in der EU(die ich mir gerade ausgedacht habe, von der ich mir aber sicher vorstellen könnte, dass es sie gibt) für wirtschaftliche Auswirkungen auf den Landwirtschaftssektor in Zimbabwe hat. Dagegen ist ja die Ostpolitik der EU noch richtiggehend spannend. Außerdem werden diese ganzen Handelsvereinbarungen nie erklärt, sondern immer nur mit irgendwelchen kryptischen Namen bezeichnet, meistens sowas wie "Uruguay Round" oder "Singapore Rules" oder dergleichen, so dass ich nur am googeln bin, was denn nun eigentlich dahinter steckt und warum es Land A oder B nicht passt.

Ich habe bis jetzt die ersten Texte für nächste Woche gelesen und Kinder so lange habe ich noch nie pro Seite gebraucht, weil ich ja dummerweise aus eben diesem nicht vorhandenen Interesse erstens keinerlei Grundwissen habe und mir alles rausschreiben muss und zweitens mich auch immer wieder davon abhalten muss, schnarchend wegzupennen. Na, hilft ja alles nix, also muss ich da wohl durch und vielleicht kommen wir ja dann doch irgendwann zum Entwicklungshilfe Teil, der in diesem Modul angeblich auch enthalten ist (es heißt "Trade and Aid"), den ich wesentlich interessanter finde, den ich aber im Moment leider in keinem der Texte auch nur im geringsten entdecken kann.

Tuesday, January 30, 2007

Den Regenwald abgeholzt und dabei noch Geld gespart

Ich bin wieder in Maastricht und habe den Tag dann auch heute gleich genutzt, um die Bibliothek zu stürmen und schonmal einen Großteil der Materialien für den nächsten Block zu kopieren. Dumm war nur, dass meine Unikarte anscheinend den Geist aufgegeben hat und sich doch partou nicht aufladen lassen wollte. Zum Glück habe ich dann aber meine Mitbewohnerin in der Bib getroffen und die hat mir ihre Karte geliehen. Auf die habe ich dann erstmal 15 Euro geladen, weil ich mir sicher war, die brauche ich bestimmt. Beim Drucken hat er dann auch brav Geld abgebucht, aber als ich dann zum Kopieren gegangen bin, habe ich fast 2 ganze Bücher kopiert, ohne dass er auch nur einen Cent abgebucht hat. Sehr praktisch - vor allem, weil ich vorher überlegt hatte, ob ich mir das eine Buch nicht vielleicht kaufen soll, es aber dann gelassen habe, weil es 37 Euros kosten soll - jetzt habe ich es (oder zumindest die Kapitel draus, die wir brauchen), für ganze 0 Euro. Das nenne ich mal ein Schnäppchen!

Und damit ihr mal seht, was wir hier alles lesen müssen, habe ich mal meine neue Webcam angeschmissen und ein Foto von dem Papierstapel gemacht (das war bestimmt mal irgendsoein Riesenurwaldbaum - und da dozieren unsere Profs die ganze Zeit über sustainable development - lol):



Und bevor ihr jetzt sagt "sooo viel ist das doch nicht": das ist der Lesestoff der ersten 3 von 6 Wochen und auch nur das, was im Exam dann drankommt, noch nicht das, was ich für das paper und die WTO Simulation lesen muss.

Saturday, January 27, 2007

Bester Lateinkurs ever Kurstreffen

Ich bin mal wieder zu Hause bei meinen Eltern und gestern hatte ich tatsächlich eine sehr nette Abwechslung vom Lernen: wir hatten ein Kurstreffen unseres damaligen Lateinkurses. Wir waren natürlich essen, das warbei uns damals schon Tradition: nach jeder Klausur gab es ein Kurstreffen in einem Restaurant. Die meisten waren tatsächlich da, leider fehlte unser Lehrer, aber sehr lustig war es trotzdem. Ich hatte ja die meisten aus dem Kurs seit dem Abi nicht mehr gesehen und es scheint, als würde sich unsere Jahrgangsstufe tatsächlich daran machen, Klischees zu erfüllen: 99% der Jungs studieren was technisches 99% der Mädels werden Lehrerin. Ich bin mal wieder die totale Ausnahme. Naja, jedenfalls war es cool, nach 6 Jahren mal wieder zusammenzusitzen und in Erinnerungen zu schwelgen.

Und damit ihr euch vorstellen könnt, wie unser Lateinkurs war, kopiere ich mal den Artikel, den ich damals für die Abizeitung geschrieben habe, hier rein.


Der Kuchenkurs

Concordia parvae res crescunt

Unser Lateinkurs begann im Jahre `96 mit ca. 27 kleinen Nachwuchscäsaren, die sich unter Leitung von Herrn Poschen daran machten, die Schlacht gegen unregelmäßige Verben, Deponentien, AcIs, PPP`s und andere Fremdwörter aufzunehmen, um am Ende der 12 die Eroberung des Olymps in Form des Latinums bekanntgeben zu können. Einige nahmen die Sache ernst, andere weniger. So blieben am Ende der 10. Klasse von der ursprünglichen Besetzung nur 15, die tatsächlich etwas verstanden hatten oder zumindest erfolgreich so taten, übrig. Das nächste Jahr begann für unser geschrumpftes Heer mit zwei wesentlichen Neuerungen.

1. Die Heerestärke wurde durch 3 tapfere Krieger aus dem Elitekorps des Stiftischen Gymnasiums ergänzt, die uns dank ihrer 6-jährigen Erfahrung mit der lateinischen Sprache und ihrer Grammatik immer wieder gerne über Wissenslücken hinweghalfen.

2. (und wesentlich wichtiger) Die Verpflegung wurde besser. Ein Kuchen am Morgen wurde ab sofort zur essentiellen Voraussetzung jeder Lateinstunde und fehlte er mal, halfen die umliegenden Bäckereien gerne mit Schokocroissants und Puddingbrezeln aus.

So ver- und gestärkt fiel uns der Kampf gegen die lateinische Sprache natürlich leicht: munter hexaminierten wir uns durch Ovids Metamorphosen (wirklich interessant, was die alten Götter so trieben), heulten uns durch die antike Version von Romeo und Julia und sangen inbrünstig lateinische Weihnachtslieder. Durch Cäsars Bellum Gallicum (für alle Nicht Lateiner: das war die Sache mit Asterix) wurden wir alle zu kleinen Experten im Städte belagern, Leute aushungern und Fallen stellen (für böse Gallier, versteht sich). Den Abschluß unserer Studien bildeten dann aber die Briefe Senecas, in denen er über den Sinn des Lebens philosophiert (Wir philosophierten dagegen eher über den Sinn der Briefe an sich.). Trocken wurde der Unterricht aber trotz allem nie, denn Herr Poschen vermochte zu jedem Text Parallelen zum politischen und gesellschaftlichen Zeitgeschehen zu ziehen und uns mit seinen Ansichten über Dürener Politik oder Sinn und Unsinn von Gymnasien zu unterhalten.

Doch leider kann man auch in der Oberstufe keine Klausuren über des Bürgermeisters neue Kaiserplatzbegrünungsmaßnahmen schreiben, sondern muß sich an hochwertige lateinische Texte halten. Dies wurde aber nie zum Problem, da wir die Sache nach dem Prinzip "gemeinsam sind wir stark" angingen und uns gegenseitig nicht nur mit Tintenkillern, sondern auch mit Vokabeln und Grammatiktips aushalfen. (An dieser Stelle ein Dankeschön an Herrn Poschen, der sich oft blind und taub stellte.)

Trotzdem, Klausuren sind anstrengend und kräftezehrend. Um diese Kräfte zu regenerieren wurde sich am Abend nach der Klausur in einem von Dürens Gastronomiebetrieben gestärkt. Die Römer waren ein internationales Völkchen, also futterten auch wir uns bei ungezählten Kurstreffen um den halben Erdball. Leider gehörten unsere Stiftler den Spartanern an und entsagten deshalb meist den kulinarischen Genüssen.

Alles in allem war es ein toller Kurs, in dem wir viel gelernt (Alle bekamen am Ende Ihr Latinum!), aber auch viel gelacht haben und so manchem von uns tat es wohl doch ein bißchen leid, dass sich der Kurs nach der 12 auflöste. Man sieht also:Latein kann auch jede Menge Spaß machen!

Quod erat demonstrandum!