Tuesday, October 31, 2006

Happy Halloween

Auch wenn ich leider nicht dazu komme es zu feiern: Happy Halloween und für alle, die gerade in den USA sind: erfolgreiches Trick or Treating!

Leider habe ich die Fotos von meinem amerikanischen Halloween noch nicht digitalisiert, sonst könntet ihr jetzt eine todmüde Hexe (mich) bewundern, die mit einem als Rentier verkleideten Retrieverwelpen hinter drei Kids herrennt, die als Prinzessin und zweimal Tod verkleidet sind und gleichzeitig in 5 Richtungen laufen. Natürlich waren die Kids nach 15 Minuten vollkommen auf Zucker, da das eingehämmerte: "Do not eat candy until Mum/Dad/the AuPair have controlled it" (anscheinend geht das Gerücht, dass das Zeug routinemäßig vergiftet, mit Rasierklingen gespickt oder sonstwie zur Waffe umfunktioniert wird - in meinem Jahr: mit Antrax vergiftet) nach 5 Minuten ignoriert wird und einige Leute die wunderbare Idee hatten, Coladosen als Treat zu verteilen. Jedenfalls war Halloween bei uns herrlich chaotisch, da meine Hostmum die halbe Nachbarschaft inklusive deren Nachwuchs eingeladen hatte und die alle bei uns durchs Haus fegten, die Erwachsenen auf Alkohol und die Kids auf Zucker. Jetzt ratet mal, wer zumindest das Kinderchaos im Griff halten sollte und dann möglichst auch noch dafür sorgen, dass durch die Kochkünste meiner Hostmum nicht die ganze Küche abfackelte. Jedenfalls sahen der Spielkeller (und die Küche) hinterher aus wie ein Schlachtfeld und es hätte mich nicht gewundert, beim Aufräumen unter den Stapeln Spielzeug das ein oder andere Kind zu finden, das dann doch mal gecrasht war. Das Aufräumen musste noch in der gleichen Nacht passieren, da sich für den nächsten Tag idealerweise potenzielle Käufer für unser Haus angesagt hatten. Na, jedenfalls hatte ich ein einmaliges Halloween und da die Kids nach 2 Tagen ihre Süßigkeiten vergessen hatten, auch noch lange danach was davon...

Monday, October 30, 2006

Wieder in Maastricht und Greifswald, here I come!

Wochenende schon wieder vorbei und ich bin noch gar nicht wieder in der Stimmung, mich morgen wieder dem Stress zu stellen. Aber hilft ja nix. Heute bin ich dann zurück nach Maastricht und es hat oh Wunder gut geklappt, alle Züge und Busse waren pünktlich, sowas hab ich ja noch nicht erlebt.

Und hier dann die gute Nachricht (oder auch nicht, dann betrachtet es als Warnung) für alle Greifswalder: habe am Sonntag einen günstigen Flug gefunden und schwebe jetzt am 17. Dezember bei euch ein. Naja, nicht ganz, in Berlin aber von da aus is man dann ja praktisch schon da. Freue mich riesig. Jetzt muss ich nur noch alle Prüfungen bestanden haben, sonst ist die letzte Woche nämlich für Wiederholungsklausuren reserviert und nix is mit Greifswald. Also Daumen drücken!

Saturday, October 28, 2006

Ich bin so stolz auf mich!

Ihr werdet es kaum glauben, aber dieses Jahr bin ich auf dem besten Wege, meinen guten Vorsatz, die Weihnachtsgeschenke vor dem 1. Dezember gekauft zu haben, einzuhalten. Heute habe ich das erste Geschenk gekauft. Jetzt fehlen mir nur noch ungefähr 27 Erwachsene (und bei 26 habe ich keine Ahnung was ich schenken soll) und die für die ganz vielen kleinen Leute, auf die ich in den letzten Jahren aufgepasst habe und die auch immer größer werden. Also nur noch Kleinigkeiten zu tun....

Aber ihr müsst doch zugeben, ich bin auf dem richtigen Weg! ;-)

Friday, October 27, 2006

Herr Marx und wie er die Welt sah

Seit heute ist also unser erstes Modul "Governance and Culture" endgültig vorbei, ob ich bestanden habe, weiß der Himmel, aber zumindest haben meine Mitstreiter heute das Gruppenpaper abgegeben, jetzt ist es in der Hand der Dozenten. Montag geht dann allerdings schon der nächste Block los: "International Conflict and Cooperation" zu gut Deutsch: Theorien der Internationalen Beziehungen. Also habe ich den heutigen Tag damit verbracht mir durchzulesen (und zumindest grob zu merken), was die Herren Waltz (Neorealismus), Wendt (Konstruktivismus) und Marx (ratet mal - richtig: Marxismus) dazu zu sagen hatten. Kurzfassung:
- Realismus: andere Staaten sind böse, also hilft es nur, noch böser zu sein. Wer anderen vertraut, is selber Schuld. Mache den anderen platt, bevor er dich plattmacht
- Konstruktivismus: wir haben alle Normen und Werte nur was die sind und wo die herkommen, weiß auch keiner, aber jedenfalls bestimmen sie das Verhalten von Staaten
- Marxismus: Kapitalismus in der Weltordnung ist zwar böse, aber macht nix, denn ganz bald kommt ja die große Revolution (soll sie zwar schon seit 200 Jahren, aber man soll ja die Hoffnung nicht aufgeben. Sind ganz schöne Optimisten, diese Kommunisten)
Wie ihr seht: viel gelernt heute.

Ich bin übrigens mal wieder zu Hause bis Montag und lasse mich vom guten Essen meiner Mutter verwöhnen. Auf dem Weg hierhin habe ich mal wieder festgestellt, wie gut doch alle Holländer englisch sprechen und auch das Vorurteil widerlegt, dass Holländer keine Deutschen mögen. Habe mich am Bahnhof bestimmt eine halbe Stunde mit einem sehr netten Typen unterhalten, so alt wie meine Eltern, aber perfektes Englisch. Er sprach mich auf Holländisch an, aber als ich auf Englisch geantwortet habe, hat er ganz selbstverständlich auch so geantwortet. Ich mag Holländer, auch weil er mir gar nicht geglaubt hat, dass ich Deutsche bin, sondern wegen meinem tollen "r" sofort geschlossen hat, dass ich Amerikanerin bin. Klasse, dann verlerne ich es ja doch nicht. Wenn ich mir jetzt noch abgewöhnen könnte, dieses "rhotic-r" auch auf alle anderen Fremdsprachen zu übertragen, wäre es perfekt.

Gruß aus Düren,

Sarah

Tuesday, October 24, 2006

Es herbstet

Da, ich mich gerade langweile (eigentlich muss ich ein Paper schreiben, dass bis morgen fertig sein muss, aber vielleicht ist das auch der Grund, warum ich mich langweile) bekommt ihr jetzt ein Wetterupdate - nicht einschlafen oder gleich stöhnen bitte.

Nachdem ich gestern nach dem Exam nicht von der Brücke gesprungen bin, weil ich mal so positiv denke und davon ausgehe, dass ich bestanden habe, könnte ich heute vermutlich von ebendieser herunterwehen. Draußen stürmt es, das ist nicht mehr feierlich, die Bäume vor meinem Fenser liegen fast waagerecht und die Wolken fetzen am Himmel vorbei, da würde Schumi neidisch werden. Zum Glück muss ich heute nicht raus, erst morgen wieder (also bitte alle für besseres Wetter beten) neben dem Sturm regnet es nämlich auch andauernd und die Kombi ist als Fahrradfahrer selbst mit Regenkleidung nicht wirklich angenehm.
Und für alle Greifswalder: auch hier weht der Wind einem immer entgegen, muss eine internationale Windverschwörung sein. Man kann um so viele Ecken biegen, wie man will, man strampelt immer gegen die Böen.

So, und jetzt geht es zurück zu schwedischer Geschichtsschreibung und wie sie eine Identifizierung mit Europa verhindert. Gähn!

UPDATE:
Es ist 13:22, es regnet immer noch, mittlerweile habe ich fast 5 von 5,5 benötigten Seiten fertig und gerade eine akute Schreibblockade.

UPDATE 2:
16:13 Fertig!!! Jetzt muss ich nur noch die Referenzen zusammenkramen und die Literaturliste machen und dann ist Schluss. (wenn ich mir jemals angewöhnen könnte, diesen ganzen formalen Kram gleich zu machen, würde ich vermutlich viel Zeit sparen, aber ich hasse das immer noch.)

UPDATE 3:
18:03 Habe den Kram zu meinen Mitstreitern geschickt und hoffe, dass ich nicht vollkommen am Thema vorbei geschrieben hab. Wenn nicht, dann müssen wir morgen noch zusammen Einleitung und Schluss schreiben, und dann: langes Wochenende ich komme!
Regnen tut allerdings immer noch.

Monday, October 23, 2006

Done with exam!

Ich weiß ich weiß, ich sollte mir mal dt. Überschriften einfallen lassen, aber mein Deutsch wird immer schlechter, weil man hier einfach den ganzen Tag nur Englisch redet.

Heute habe ich dann endlich mein schriftliches Exam hinter mich gebracht, war ganz schön anspruchsvoll, aber zumindest konnte ich zu jeder Frage was schreiben (ob das auch was sinnvolles war, weiß ich dann in ca. 3 Wochen, wenn die Ergebnisse da sind). Aber ich muss sagen, die nehmen den Spaß hier ganz schön ernst. Taschen usw. dürfen nicht mit an den Platz, sondern müssen in einer Ecke des Raumes gestapelt werden, auf den Tisch dürfen nur Stift, Student ID und Studienbescheinigung und eine Wasserflasche. Papier mit offiziellem Druck und allem bekommt man gestellt, nix mit hastig abgestempeltem Umweltpapier wie in Greifswald. Die ID wird dann richtig kontrolliert, damit sich auch keiner für einen anderen reinschummelt und während der Prüfung laufen zwischen den Reihen irgendwelche Senioren rum, um zu gucken, dass man auch nicht auf Nachbars Blatt schielt (der ja auch nur 3 Meter entfernt sitzt und sowieso einen Essay schreibt, wie soll man denn da abgucken??). Das mit den Senioren ist echt lustig, keine Ahnung, was die mit der Uni zu tun haben, vielleicht ist das die holländische Version von ner ABM. Jedenfalls muss man sich bei denen auch abmelden, wenn man mal aufs Klo will und wieder anmelden, wenn man wiederkommt. Nach 2,5 Stunden hatte ich meine drei Fragen dann jedenfalls fertig und habe auch gleich abgegeben, weil ich weiß, dass wenn ich anfange mir mir den ganzen Kram nochmal durchzulesen, ich vollkommen wahnsinnig werde.

Dann wollten wir heute Abend eigentlich noch ne Gruppenarbeit fertig machen, aber da der Dozent die Infos, die wir dafür brauchen, bis jetzt nicht online gestellt hat, ging das leider nicht und bis zum Seminar Mittwoch wird das wohl auch nichts mehr werden, weil ich morgen unbedingt das Paper fertig schreiben muss. Pech gehabt, er hatte ne Woche Zeit, das Zeug online zu stellen und wenn nicht, kann er kaum erwarten, dass wir mitten in der Prüfungszeit auf die letzte Minute springen.

Sunday, October 22, 2006

Let's Panic!

Einen Tag vor der Prüfung und es geht mir eigentlich wie vor jeder: in einer Minute bin ich mir sicher, dass ich alles kann und eigentlich gar keine Angst haben muss, in der anderen blättere ich panisch durch meine Notizen und habe das Gefühl, ich kann gar nichts mehr. Kinder, ich bin so froh, wenn das morgen abend vorbei ist, dann habe ich zumindest das hinter mir.
Wer aber glaubt, danach habe ich Pause, irrt, 2 Stunden später treffen wir uns, um die Gruppenarbeit für Mittwoch fertig zu stellen, am Dienstag muss ich meinen Teil für das Paper fertig schreiben, Mittwoch ist Unterricht und danach treffen wir uns, um Einleitung und Schluss für das Paper zu schreiben. Ab Donnerstag kann ich dann anfangen, für den neuen Block zu lesen, die Liste ist diesmal noch umfangreicher als jetzt. Allmählich ist es echt übertrieben, es geht nur noch um Masse.
Was aber sehr geholfen hat, war, dass wir uns heute abend nochmal mit ein paar Leuten getroffen und alles durchgesprochen haben, wenn man es anderen erklären muss, merkt man viel eher, ob man es wirklich verstanden hat.

Melde mich morgen Abend spät wieder (wenn ich dann nicht von einer der vielen Brücken in die Maas gehopst bin ;-) )

Sarah (braucht unbedingt einen ZenGarten - ne, Jessica?)

Thursday, October 19, 2006

Offizielle Einwohnerin des Koninrijk België

Nachdem wir gestern noch mal vom Vermieter drauf angesprochen wurden, haben Laura und ich uns dann doch mal entschlossen, nach Lanaken zu fahren, um uns anzumelden. Das muss man als ausländischer Student innerhalb von drei Monaten nach seiner Ankunft im Land tun (theoretisch hätten wir also noch 2 Wochen Zeit gehabt, also mal keine Hektik!). Warum der Vermieter wusste, dass wir nicht angemeldet sind, ist mir zwar ein Rätsel, aber vielleicht muss man es in Belgien melden, wenn man Ausländer bei sich wohnen hat.
Sind dann heute morgen also nach Lanaken geradelt und ins Gemeindehaus, wo zum Glück nicht viel los war und haben da eine Studienbescheinigung und drei Passphotos abgeliefert. Warum drei? Keine Ahnung, vermutlich, damit überall ein Bild von den Ausländern rumliegen kann und sie gleich verdächtigt werden können, wenn was passiert. ;-)
Jedenfalls habe ich jetzt ein offizielles "Verblijfsdokument", mit einem offiziellen Stempel und einem total hässlichen Photo von mir drauf, gültig bis nächstes Jahr im Herbst. Willkommen in Belgien - ganz offiziell.

Jetzt werde ich mich mit einer schönen Kanne Tee ans Lernen setzen, Uni habe ich heute keine, also bekomme ich hoffentlich was geschafft. MAchts gut udn schreibt mir mal wieder, ich bekomme doch so gerne e-mails!

Wednesday, October 18, 2006

It's a small world, after all

Das ist nicht nur eine Attraktion im Disneyland in Florida, siehe hier:

- sondern auch so wahr. Heute hat Jakob seine Zusage für sein Referendariat bekommen (Congrats an dieser Stelle übrigens noch mal !!!) und aus den Hunderten von Städten, in die er hätte kommen können, landet er ausgerechnet in der Heimatstadt meiner Mutter, in Detmold. Ist eine echt kleine Stadt, und: what are the odds of that?

Dann habe ich heute noch festgestellt, das inzwischen wohl echt fast jeder Student im Studivz ist. Ich habe so viele Leute wieder getroffen, mit denen ich seit Jahren schon keinen Kontakt mehr hatte, echt unglaublich.

Dann habe ich heute noch einen TV-Tipp für alle diejenigen unter euch, die genug Englisch sprechen, um CNN zu verstehen (also nicht allzuviel, die sprechen ja sehr sauberes Englisch):
Ich habe die Doku vor 2 Monaten schonmal bei der Erstausstrahlung gesehen und ich fand es wirklich bedrückend. Eigentlich ist es traurig, wie der CNN Effekt auch auf mich wirkt, wie einem so etwas nur bewusst wird, wenn man mal wieder in den Nachrichten hört, wie schlecht es den Menschen in Afrika wirklich geht. Ich habe ja immer noch ein wenig die Illusion, nach dem Master ein Jahr dorthin zu gehen, aber einfach "drauflos helfen", das geht auch nicht immer gut. Am Dienstag hatten wir einen Diplomaten als Gastdozenten, der mal im Sudan gearbeitet hat und dort gekündigt hat, weil er merkte, dass die Entwicklungshilfe, im Konkreten die Versorgung der Bevölkerung mit Essen, nach hinten losging, weil damit langsam aber sicher sas ganze Wirtschaftssystem des Landes zerstört wurde. Die Menschen fingen nämlich an, sich auf die Lebensmittellieferungen zu verlassen, kauften nichts mehr von einheimischen Produzenten und bauten auch nichts mehr selber an. Trotzdem bestand seine Regierung drauf, das Projekt weiter zu führen, es macht sich ja so gut in den Nachrichten, wenn man zeigen konnte, wie man verhungernde Kinder mit Milch versorgt. Schon zynisch, wenn man als Diplomat dann praktisch gezwungen ist, mitzumachen.
Aber so gebe ich den CNN Effekt mal an euch weiter, es hilft zumindest, sich daran zu erinnern, dass es durchaus noch drängende Probleme in Afrika gibt, an denen wir nicht ganz unschuldig sind und diesen Kontinent nicht ganz zu vergessen.

Tuesday, October 17, 2006

Happy Birthday, Uni Greifswald!


Heute ist meine Alma Mater also ganz offiziell 550 Jahre alt geworden. Nicht schlecht für eine Uni, schwedische Besatzungszeit, Naziherrschaft und Kommunismus unbeschadet zu überstehen. Ich muss sagen, ich fühle mich immer noch mehr mit Greifswald verbunden als ich mich wohl jemals hier mit Maastricht identifizieren werde. Maastricht bildet aus, aber das war es dann auch , ein Gefühl von Zusammengehörigkeit gibt es hier nicht.
Jetzt konnte ich also gar nicht mitfeiern oder der Königin oder dem Bundespräsidenten zuwinken, sondern musste mir dafür Geschichten darüber anhören, was Diplomaten so den lieben langen Tag zu tun haben, auch ganz interessant. Aber das Fernsehen war ja da und meine Mutter hat hoffentlich alles aufgenommen, also bekomme ich vielleicht doch noch ein bisschen was mit.

Was hier zur Zeit verrückt spielt, ist das Wetter. Nachdem ich heute morgen um 8:30 los musste, habe ich das erste Mal bereut, keine Handschuhe mitgenommen zu haben, es war richtig kalt, hatte sogar schon kleine Atemrauchwölkchen. Dafür war es dann Mittags, als ich aus der Uni kam, locker so warm, dass ich in meinem tollen Uni Greifswald T-Shirt rumlaufen konnte. Hoffe, dieses Wetter hält noch ein bisschen, mir graust es nämlich jetzt schon wieder vor dem Radfahren im Winter. Zur Zeit macht das richtig Spaß, vor allem, wenn hier morgens über den Wieesn und dem Fluß der Nebel steht. Es ist richtig wildromantisch.

Monday, October 16, 2006

Post, Post, Post

Heute hatte ich doch tatsächlich ganze Massen an Post für mich im Briefkasten: drei Briefe (bin ja froh, wenn ich sonst einen bekomme, also Kinder. ran ans Postkarten schreiben!).
Der erste war von der Uni, mal wieder eine Immatrikulationsbescheinigung. Lol. Erst kommen die Dinger gar nicht und jetzt werde ich innerhalb von 2 Wochen damit bombardiert. Anscheinend hat die Uni ein akutes Koordinationsproblem.
Der zweite Brief war von der Bank, um mir freundlicherweise mitzuteilen, dass es auf meinem Konto Aktivität gegeben hat und das Geld meiner Eltern angekommen ist. Auch sehr witzig. Wenn die jetzt jedesmal, wenn sich bei meinem Kontostand was ändert, einen Brief schicken wollen, dann haben sie viel zu tun. Ist ja sehr nett und erklärt vielleicht, warum ich in der Bank noch keine Kontoauszugsdrucker gesehen habe, aber dann doch vielleicht ein bisschen übertrieben.
Der wichtigste Brief war aber der von Katja mit meinem Geburtstagsgeschenk. Danke!!! Du bist die Beste! Vermisse dich und Greifswald und unsere Weiberabende noch immer ganz doll! Jetzt bin ich stolze Besitzerin eines babyblauen Uni Greifswald T-Shirts, dass ich morgen gleich ausführen werde, immerhin feiert meine Alma Mater morgen offiziell ihren 550. Geburtstag. Mit allem Pomp, Duck and Circumstances, dem Bundespräsidenten und der schwedischen Königin (Wer jetzt nicht weiß, warum die kommt: Bildungslücke, aber ich helfe ja gerne weiter: Greifswald lag mal auf pommerschem Gebiet und die Uni ist die älteste schwedische Universität, deshalb. Seht ihr, wieder was gelernt).

So, und jetzt werde ich ins Bett gehen, morgen um 9 ist nämlich wieder Vorlesung. Ich habe leider nicht, wie meine lieben Ex-Kommilitonen in Greifswald, morgen Vormittag zum Königin und Präsidenten zuwinken frei, sondern muss mir revolutionäre Ansichten zu "Diplomatic Culture" anhören. Ich kann es jetzt schon kaum erwarten. Schnarch!

Sunday, October 15, 2006

Licht am Ende des Tunnels

Hi ihrs,

so, es ist Sonntag spätnachmittags und allmählich sehe ich tatsächlich ein wenig durch die Menge an Dingen, die ich zu nächster Woche wissen oder abgeben muss, durch. Der Stapel mit den Zusammenfassungen ist zwar immer noch nicht bedeutend kleiner geworden (einen weiteren Text haben wir streichen dürfen, aber da der eh nur 15 Seiten lang war, hätte der auch den Kohl nicht mehr fett gemacht). Aber ich habe zumindest allmählich das Gefühl, dass ich die wichtigsten Konzepte begriffen habe und mich auch einigermaßen intelligent darüber äußern kann.
Und wenn es ganz schlimm kommt, muss man es eben so machen, wie Theodora vorgeschlagen hat: Wenn die Aufgabe heißt, du sollst über Elephanten schreiben, du weißt aber nur was über Würmer, machst du es folgendermaßen:
"Der Elephant ist ein großes Tier und hat einen Rüssel. Der Rüssel sieht aus wie ein Wurm. Es gibt acht Arten von Würmern.....(es folgt ein dreiseitiger Aufsatz über alles, was man über Würmer weiß)
Hoffe aber natürlich, dass ich nicht darauf zurückgreifen muss.

Was das Paper angeht, dass wir Ende des Monats abgeben müssen, habe ich das Gefühl, wir kommen wirklich voran. Ich habe den größten Teil meines Parts schon geschrieben, ist zwar keine Meisterleistung, aber ich kann ja nicht parallel mir diese ganze Zeug für Examen in den Kopf hämmern und auch noch eine brilliante Analyse der Geschichtsschreibung in Schweden abgeben. Jetzt können wir nur hoffen, dass der Typ uns am Dienstag nicht unser ganzes Konzept um die Ohren haut und wir von vorne anfangen können. Aber dann schreie ich.

Heute war ich außerdem in der Library, weil wir ein weiteres Gruppenprojekt fertig machen mussten, was sogar sehr effizient in einer Stunde von statten ging. Was mich aber echt geschockt hat, war, wie voll es an einem Sonntag (!) in der Bib ist. Ich glaube, selbst wenn die in Greifswald am Sonntag auf hätte, würde sich da vielleicht ein einsamer Medizinstudent hin verirren. Aber hier? alle Plätze besetzt.

Dann habe ich heute festgestellt, dass unsere Weihnachtsferien hier schon am 16. Dezember beginnen, soll heißen, vielleicht schaffe ich es in der Woche vor Weihnachten nochmal nach Greifswald hoch, das wäre sooo cool: alle wiedersehen, Weihnachtsmarkt und noch mal eine Woche Uni in Greifswald mitmachen. Mal sehen, wie der Stundenplan für das nächste Modul aussieht.

Thursday, October 12, 2006

Lernchaos und schlechtes Wetter

So, nachdem gestern nochmal schönstes Sommerwetter bei ca. 25 Grad war (auch nicht ganz normal für Mitte Oktober), hat es heute von morgens bis Abends ohne Unterbrechung geregnet. Zum Glück musste ich nicht raus, Donnerstags haben wir keinen Unterricht. Frei hatte ich aber nicht, habe heute mal ernsthaft angefangen, für die Klausur in 10 Tagen zu lernen (oh Gott, so bald schon, wo bleibt denn nur die Zeit???) und ich kriege bald Anfälle. Wie ich den ganzen Kram bis dahin in meinen Kopf kriegen soll weiß ich echt noch nicht. Auf meinem Schreibtisch staplen sich Notizen und Texte und ich blicke echt nicht mehr durch, was wichtig ist und was nicht. Und bis jetzt habe ich mich nur mit den ersten drei Wochen des Moduls beschäftigt, soll heißen, der Hälfte. Hiiiiilfe! Werde mich jetzt mal wieder ans Lernen setzen.

Tuesday, October 10, 2006

We did it! - und jede Menge Stress

Habe lange nichts mehr von mir hören lassen, aber da ich das letzte Wochenende mal wieder zu Hause verbracht habe, gab es auch nicht besonders aufregendes zu berichten, da ich da auch nichts anderes gemacht habe als hier: lesen, lesen, lesen. Auch, da ein Blick auf den Kalendar mir verraten hat, dass wir in 2 Wochen Exam schreiben und ich sowas von nicht vorbereitet bin. Jetzt habe ich mal meine Notizen zusammengeschrieben und wie ich den Stapel Papier jemals in mein Hirn bekommen soll, ist mir immer noch schleierhaft. Wir haben zu jeder Woche ca. 4 Texte zu lesen gehabt, dazu kommen Vorlesungen zweimal die Woche. Bei sechs Wochen kann man sich dann ausrechnen, was da zusammen kommt. Und das Beste ist, dass wahrscheinlich nicht mal 1/10 der ganzen Sachen drankommen wird, wir bekommen nämlich gerade mal 3 Fragen in der Klausur.

Wenn es nur die Klausur wäre, um die ich mir in der nächsten Zeit Gedanken machen müsste, würde ich ja noch nichtmal motzen, aber zusätzlich müssen wir bis Ende Oktober auch noch ein Paper abgeben (Gruppenarbeit, ich merke allmählich, das mir das auf den Geist geht, es kostet einfach so viel zeit und Nerven, sich dauernd an neue Leute gewöhnen zu müssen), jede Woche eine weitere Gruppenarbeit machen (natürlich wieder mit einer anderen Gruppe) und auch noch ein kürzeres Paper alleine schreiben. Ich weiß allmählich nicht mehr, wo mir der Kopf steht. Warum wir das alles in den letzten 4 Wochen des Moduls machen müssen, ist mir ebenfalls schleierhaft, während wir in der ersten Hälfte nur die Präsentation und auch halb so viele Unterrichtsstunden hatten. Das hätte man ja vielleicht auch ein wenig sinnvoller verteilen können.

Die Präsentation ist übrigens der Grund für das "We did it!" Wir haben nämlich heute unsere Noten bekommen und ihr werdet es kaum glauben, wir haben 9 von 10 möglichen Punkten bekommen. Kurze Einführung in das holländische Notensystem: es gibt Noten von 1 bis 10, bestanden hat man ab 6 Punkten, alles drunter ist ein fail (mir rätselhaft, warum man 5 fail-Noten braucht, ist es nicht egal, ob man mit 2 oder 4 durchfällt? Durchgefallen ist schließlich durchgefallen.). 10 ist so eine Art Phantomnote, die in der Geschichte Hollands wohl noch nie vergeben wurde, alles ab 7,5 aufwärts ist gut. mit 9 sind wir also sehr gut bedient. Keine Ahnung, wie wir das gemacht haben.

Thursday, October 05, 2006

Aktivieren Sie bitte ihre Karte - häh?

Habe heute mal wieder gelernt, dass Holländer ein wenig anders ticken als wir. Nachdem ich ja tatsächlich gestern meine EC-Karte für die Bank bekommen habe, musste ich feststellen, dass das noch lange nicht heißt, dass ich jetzt über ein Konto verfüge und Geld abheben kann, das wäre ja zu einfach. Man muss die Karte nämlich erst aktivieren lassen - in der Bank. Erklärung der netten Dame, nachdem ich mal wieder eine Stunde dort gewartet hatte (natürlich haben alle Studenten gerade ihre Karte bekommen und wollen sie aktivieren lassen): das ist sicherer so, sonst könnte ja jemand den Brief klauen und mit der Karte Unsinn anstellen. Häh? Und jetzt kann mir die niemand mehr klauen oder wie? Hat sie da jetzt einen Antiklauschutz draufgezappt, oder was? Und was kann man bitte mit einer EC Karte ohne Pinnummer anfangen? Fragen über Fragen, aber jetzt habe ich eine hochoffiziell aktivierte Karte - nur noch kein Geld auf dem Konto, aber das werde ich dieses Wochenende mal in Angriff nehmen.

Tuesday, October 03, 2006

Sick and Fed up

So, heute geht es mir mal nicht so gut. Ich brüte anscheinend eine Erkältung aus und mir ist abwechselnd heiß und kalt, ich kann mich zu nichts aufraffen und schon gar nicht zum Arbeiten. Außerdem habe ich wieder mal notorisch schlechte Laune und fauche alle um mich rum an und bin grundlos aggressiv. Was ging mir heute besonders auf den Geist? Dass es an dieser Uni (oder zumindest bei vielen meiner Mitstudenten - kein Wunder, die Hälfte kommt aus der Ecke) in Verbindung mit der EU nur um Osteuropa geht. Ich meine, wo bin ich denn? Schön, die Länder sind neu und man kann sicher viel drüber forschen, aber die EU ist doch bitte mehr als ein paar ex-kommunistische Länder, in die wir jetzt jede Menge Geld reinschaufeln müssen, damit sie vielleicht irgendwann mal westliches Wohlstandsniveau erreichen. Die Länder mögen ja interessant sein, aber ich kann mit der Mentalität der Leute und der ganzen Kultur einfach so gar nichts anfangen. In Polen hab ich mich in der ganzen Zeit, in der ich da war, nicht einmal wohl, willkomme geschweige denn sicher gefühlt. Leider halte ich mit dieser Meinung auch nicht unbedingt hinterm Berg, so dass ich mir bei uns im Master nicht unbedingt die meisten Freunde schaffe unter denjenigen,für die Europa an der Ostgrenze Deutschlands erst anfängt. Merkt man, dass ich heute schlechte Laune habe?? Wahrscheinlich bekomme ich mal wieder eine meiner depressiven Episoden, da bin ich nämlich immer so drauf. Wetter ist nämlich auch furchtbar mies und heute lief dann eben alles quer.
Ich will zurück nach Greifswald! Da war alles viel einfacher und die Leute viel netter!

Sunday, October 01, 2006

Koopzondag oder wie Holländer ihren Sonntag verbringen

Heute war der erste Sonntag im Monat, was in Holland heißt: verkaufsoffener Sonntag. Ist hier immer so und damit ja eigentlich nichts Besonderes mehr, aber es zieht trotzdem die Massen in die Stadt, man könnte glauben, morgen bricht der nächste Weltkrieg aus und es gibt nichts mehr. Gefühlt war heute ganz Holland und halb Deutschland in Maastricht, um möglichst schnell möglichst viel Geld auszugeben und möglichst immer mir im Weg rumzustehen. Warum ich dann heute überhaupt in die Stadt gefahren bin? Um mich mit der lieben Denise zu treffen natürlich, die extra aus Aachen angereist kam, um mir mein Geburtstagsgeschenk aus Hongkong zu übergeben (und ein wenig shoppen wollte sie natürlich auch, aber das verraten wir jetzt keinem). Jedenfalls war es toll, sie mal wiederzusehen, auch wenn sie leider nicht so viel Zeit hatte, weil sie ja eine vielbeschäftigte Medizinstudentin ist und gaaanz viel lernen muss. Dafür weiß ich jetzt aber auch, warum Cola Light in der Flasche praktisch explodiert, wenn man ein Menthos reinschmeißt (das hat mir ihr netter Freund Oliver erklärt, der gerade für seine Chemieprüfungen lernt). Wer das noch nicht gesehen hat kann sich dieses Video angucken (extra Bonus: mit meinem Lieblingsmoderator, nach viel suchen gefunden - ich verbringe eindeutig zu viel Zeit auf youtube). Wieder etwas, das man vermutlich nicht seinen Kindern sagen sollte, es sei denn, man hat sowieso vor, das Haus zu renovieren.

Ansonsten habe ich es heute tatsächlich geschafft, ein proposal für meine thesis zu machen und wegzuschicken, jetzt heißt es Daumen drücken und hoffen, dass der Prof meine Idee nicht vollkommen schwachsinnig findet.
Und ich habe festgestellt, dass ich jetzt seit einem Monat in Maastricht bin. Kinder, wie die zeit vergeht. Jetzt fängt auch für euch faule dt. Studenten bald die Uni wieder an und ich muss mich nicht immer aufregen, dass alle noch Ferien haben und ausschlafen können. Das kann ich morgen nicht, deshalb:

Tot ziens (merkt ihr, wie gut ich nach einem Monat schon Holländisch kann ;-))